Wo gehobelt wird, da fallen Haare…

Warum lernen, wenn man auch Blogeinträge schreiben kann… Also los! 😀

Früher habe ich einen dieser viel beworbenen „Ladyshaver“ (Sagte man dazu nicht auch mal Nassrasierer? In meiner Jugend oder so?) benutzt von einer bekannten Marke, die nach einer römischen Göttin benannt ist *ihr wisst schon* Was mich an dem Ding aber von Anfang an störte: der Preis. Also der für die Ersatz-Rasierköpfe. Der ist nämlich enorm. Und man bezahlt damit in erster Linie ganz viel Plastikverpackung, die wiederum in einer Plastikverpackung steckt und mit einem bunt bedruckten beschichteten Papierdings ausgekleidet ist. Und man braucht schweres Werkzeug, um sie zu öffnen, denn eine Aufreißhilfe (oder wie auch immer diese Ecken heißen, auf denen „Hier öffnen“ steht) gibt es nicht. Und hab ich schon den riesigen Plastikmüllberg erwähnt? Jedenfalls war ich schon lange unzufrieden damit – rasiert hat das Ding zwar gut, aber wenn ich Klingenköpfe nachkaufen musste, hat mir das immer auf’s Gemüt geschlagen – nur kannte ich halt keine Alternativen, also was will man machen… (Aua-Lösungen wie Wachs oder Epilierer habe ich von Anfang an verworfen. *mimimi*)

Bis ich im Zuge meiner plastikfrei-Recherchen über den Begriff „Rasierhobel“ gestolpert bin. Foto angeguckt und gedacht: „Au weia, das sieht schon recht martialisch aus. Eher Thors Hammer als Venusgöttin. Wenn das mal kein Blutbad gibt….“ Aber immerhin kannte ich theoretisch schon mal eine Alternative zu dem ungeliebten Göttinnen-Mist.

Eher Thors Hammer als Venus-Shaver
Eher Thors Hammer als Venus-Shaver

Lange Rede, kurzer Sinn. Irgendwann waren mal wieder die mistigen Rasierköpfe alle und ich stand vor der Wahl, sie nachzukaufen – oder nicht. „Nicht“ wiederum stellte mich vor die Wahl, den Wildwuchs einfach zuzulassen (was meine Eitelkeit aber zu verhindern wusste) oder vielleicht doch mal dieses Hobeldingens zu testen. Naja, ihr könnt euch denken, worauf es rauslief.

Mittlerweile bin ich nicht nur stolze Besitzerin eines solchen Hobeldingens (kostet je nach Modell 20 Euro aufwärts) sondern auch eines Rasierpinsels, einer Rasierschale, einer Rasierseife und eines überaus hübschen Rasierpinselhalters aus Olivenholz ❤
Und von 100 (!) Ersatz-Rasierklingen, die nicht einmal zwei Drittel des Geldes gekostet haben, das ich früher für einen Viererpack Göttinnen-Mist gezahlt habe.

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Rasierpinsel, Rasierschale, Rasierhobel und Rasierpinselhalter. Schick, ne? Leider passt der Hobel nicht in die dafür vogesehene Halterung.

Doch nun zu meinen Erfahrungen damit:

  1. Wie groß ist das Blutbad?
    Hält sich in Grenzen. Echt.
    Okay okay, am Anfang gab es ein paar kleine Schnitzer, aber die waren nicht größer als die, die ich mir mit dem alten Göttinnen-Mist auch ab und zu zugefügt habe. Die entstehen vor allem dadurch, dass der Rasierkopf bei dem Hobeldings nicht beweglich ist und sich daher nicht von selbst den Körperformen anpasst. Allerdings hatte ich nach ein paar Anwendungen den Dreh (oder eher den „Zieh“) raus und jetzt klappt das echt ganz gut.
  2. Wie kann man das Blutbad am besten vermeiden?
    Am besten mal auf youtube nach „safety razor“ suchen! Es gibt einige gute Videos mit Tipps. Mädels, was für Seinen Bart funktioniert, ist für eure Beine grade gut 😉 Außerdem habe ich ein Video gefunden, in dem auch mal eine Frau zeigt, wo der Hammer… äh… Hobel hängt:

    Die beiden Tipps, die mir am meisten geholfen haben:

    1. Nicht drücken!! Thors Hammer braucht eure bescheidenen Kräfte nicht, der schafft die paar Stoppeln auch allein.
      (Im Zweifelsfall lieber ein zweites Mal drüber rasieren. Immerhin hat der Rasierhobel ja nur eine Klinge und nicht wie der Göttinnen-Mist drei aufwärts. Dadurch ist er zwar deutlich sanfter zur Haut, aber an Stellen, wo’s stärker wuchert, vielleicht aufs erste Mal nicht gründlich genug.)
    2. Kurze Züge machen. Da man ja die Klinge selbst den Konturen des Körpers anpassen muss, ist die Schnittgefahr größer, wenn man versucht, in einem Zug vom Knöchel bis zum Knie zu rasieren.
  3. Woher weiß ich, dass die Rasierklingen zu meinem Modell passen?
    Passen sie. Es gibt nur eine Sorte zweischneidiger Rasierklingen, die passen auf alle Modelle. Egal von welchem Hersteller.

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    Standard zweischneidige Rasierklinge
  4. Braucht man wirklich das ganze Pinsel-Schüssel-Seifen-Gedöns?
    Nö. Was man braucht, ist irgendeine Form von „Schmiermittel“. Das kann aber jede Seife/ Shampoo/ Duschgel sein, was man halt eh zuhause rumliegen hat. Oder auch Olivenöl. Macht nichts, wenn es nicht schäumt, Hauptsache, der Hobel kann leichter über die Haut gleiten.
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    Spezielle Rasierseifen haben einen besonders stabilen Schaum und sind besonders sanft zur Haut (heißt es). Und Rasierpinsel machen den Schaum noch stabiler und hautschonender und leichter aufzutragen usw. Wenn Rasierpinsel, dann auch Rasierschale, denn man braucht wirklich nicht viel Seife, die dann aber in der Schüssel zu richtig viel Schaum aufgeschlagen wird.
    Das ist halt alles nach dem Schema „noch besser, noch leichter, noch toller“ und, naja, man gönnt sich ja sonst nix, ne? Aber wirklich darauf angewiesen ist man nicht und ich würde den ganzen Krempel z.B. auf Reisen nicht mitnehmen, sondern einfach nur den Rasierhobel mit meiner normalen Körperseife verwenden. Für die Reise gibt es dann auch noch schicke, aber teure Lederetuis oder günstige Kunststoff-Kappen, damit der Hobel nicht den Kulturbeutel (oder darin herumwühlende Hände) aufschlitzt.
    Und damit alles zuhause schick aufgeräumt werden und gut trocknen kann, gibt es auch noch Rasierpinselhalter und so… Ja.
  5. Welche Körperstellen kann man damit rasieren?
    Beine.
    Achseln.
    Gesicht, wenn Mann es will (ohne Gewähr – kann ich an mir ja nicht testen 😉 ).
    Bikini-Zone? Keine Ahnung. War mir bisher immer zu heikel. Außerdem hab ich dafür einen elektrischen Trimmer.
  6. Wie plastik- und müllfrei ist die Sache denn nun tatsächlich?
    Ziemlich. Mein Hobel kam in einer Pappschachtel und war in dünnem Pergamentpapier eingewickelt. Die Rasierklingen sind in einem Papierbriefchen und jeweils fünf nochmal in einer kleinen Pappschachtel (Aufpassen: Da gibt es auch welche aus Kunststoff! Dem Hobel beigelegt war leider genau so ein Fünferpack.). Die Klingen sind rein aus Edelstahl und können vollständig recycelt werden.

So weit, so gut. Falls jemand noch Fragen hat oder selber (andere) Erfahrungen mit Rasierhobeln gemacht hat: Ab damit in die Kommentare! 🙂

Liebe Grüssis,
eure Pip (die morgen ganz bestimmt früh aufsteht und dann fleißig lernt! Ehrlich! Versprochen!)


Und auch dieser Blogeintrag wandert zur EiNaB-Blogparade, noch bis neunten September bei Zwischengeflecht stattfindet.

Logo-EiNaB

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17 Gedanken zu „Wo gehobelt wird, da fallen Haare…

  1. Hihi, das erinnert mich an meinen Opa 🙂 Der hat sich (bis auf seinen enormen Schnauzer) auch mit einem solchen Rasierer rasiert, samt Pinsel und Rasierschaumschale. Ich glaube, „damals“ war das normal und es gab schlicht keine anderen Rasierer. Bis dann das Plastik seinen Siegeszug antrat…
    Ich selbst nutze einen E-Trockenrasierer für Mädels, der Nassrasierer hat meine Haut irgendwie ganz schön mitgenommen. Damit bin ich auch zufrieden, auch wenn er weder öko noch nachhaltig ist (aber Müll spart er, immerhin…)
    liebe grüße,
    frederike

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  2. Über Marias Blog bin ich über Deinen Artikel gestolpert ….

    … und … ich benutze exakt den gleichen Rasierhobel seit mehr als zwei Jahren (inklusive ein paar Schnittwunden). Das Mega-Pack Ersatz-Klingen wird noch ewig halten … und der Hobel ebenfalls. Ich nutze ganz schlichte Seife anstatt Schaum. Funktioniert alles wunderbar.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Anja

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  3. Ich hab auch so ein Ding. Guter Tipp mit der Seife und dem Olivenöl. Das wusste ich noch nicht. Den äußeren Rand der Bikinizone hab ich mir damit auch schon öfter mit dem Hobel rasiert, bisher ohne mich zu schneiden. Es gibt nur eine Stelle innen am Beinansatz, an die man wirklich – aufgrund der Breite des Hobels – schlecht rankommt. Mit etwas Versuchen ging es dann immer. Blut kam dabei wie gesagt bisher keins zum Vorschein. Für den Rest (der Bikinizone) verwende ich auch den elektrischen Trimmer.

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  4. Da kann ich jetzt als Mann auch mal eine Handvoll Erfahrung mit in die Diskussion werfen. Ich glaube nämlich, die Wegwerf-Köpfchen werden völlig unterschätzt, was die Haltbarkeit angeht. Ist ein bissl off-topic, weil sich dein Beitrag ja eigentlich um Rasierhobel dreht, aber passt trotzdem irgendwie. 🙂
    Ich habe früher auch regelmäßig Rasierköpfe weggeworfen und Nachschub gekauft, einfach, weil das Produkt es so vorgesehen hat. Dabei war das völlig unnötig. Das wichtigste ist, die Klingenköpfchen nach der Rasur sehr gründlich zu reinigen – selbst winzige, eingetrocknete Schaumreste kratzen beim nächsten Mal. Außerdem müssen die Haut und die Haare gut vorbereitet sein. Einweichen mit warmen Wasser, und wie schon angeführt, ordentlich mit normaler Seife einschäumen. Wenn man das beachtet, halten die ewig. Ich benutze das aktuelle Köpfchen jetzt bestimmt schon fast ein Jahr.
    Ok, ich rasiere mir auch nur das Gesicht, und auch nur einmal pro Woche höchstens – zwei Frauenbeine ergeben da schon einige Strecken mehr, und werden vlt. auch öfter abgeschabt. Trotzdem: wer noch einen Vorrat von Wegwerfköpfen hat, kann den wesentlich länger nutzen, wenn man die nur gründlich genug saubermacht. Aus Stahl sind die kleinen Klingen ja trotzdem.

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    1. Danke für die Tipps!
      Klar, den alten Vorrat einfach wegwerfen, kommt nicht in Frage, und dass die Klingen durch gründliche Reinigung länger scharf bleiben, gilt ja auch für die Rasierhobelklingen 🙂
      Ich glaube, ich habe recht empfindliche Haut, die „meckert“ jedenfalls recht schnell, wenn die Rasierklinge nicht mehr ganz scharf ist, aber einen Monat komme ich bisher mit einem Stück auch aus. (Im Winter noch länger, da verleiten die langen Hosen immer zur Rasierfaulheit…).

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  5. Ich liebäugel ja auch schon ne Weile damit, wage jetzt glaub auch den Versuch 🙂
    Toller Blog, da muss ich dieses Wochenende noch ein bisschen stöbern. Ist ja immer schön, gleichgesinnte zu finden 😉

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    1. Danke!! Ich freu mich immer, wenn jemandem mein Blog gefällt 🙂
      Mit dem Rasierhobel hab ich bei den ersten vier oder fünf versuchen noch ein Pflaster gebraucht (aber nur ein kleines 😉 ), seither nur wieder.

      Lg, Pip

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  6. Hach wie schön, du hast auch so einen gigantischen Vorrat an Klingen. Meiner kam heute an und ich kam ins Grübeln, wie viele unendlichen Jahre ich mich nicht mehr darum kümmern muss für Nachschub zu kümmern: min. 15 Jahre 😀
    Ich hab knallhart schon beim ersten Testversuch eine Glattrasur im Itimbereich versucht und auch ohne Blutvergießem geschafft. Nur ruhig und ohne Druck und schön viel Seife. An den Beinen gab es zu Beginn hingegen kleinere Miniblutungen, die aber auch nicht schmerzhaft waren und im Anschluss eher wie Mückenstiche aussahen.
    Dein Rasierpinsel schaut toll aus – aber in meiner Dusche habe ich leider keinen Platz dafür, auch wenn so viel Schaum gewiss ganz toll ist…

    Liebe Grüße,
    Maria

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