Der Schneebesen im Badschrank: Mädchenthema

Heute mal ein „Mädchenthema“. Ich sag das gleich am Anfang, dann kann sich niemand beschweren, er fänd es eklig. Muss ja niemand lesen 😉

Es geht um meine Menstruationstasse, genauer gesagt: meine Erfahrungen mit ihr.

Die Idee „Menstruationstasse“ ist mir schon seit einigen Jahren bekannt, nachdem ich so ein Ding mal im Katalog irgendeines Öko-Versands entdeckt habe. Doch erst einmal hat die Skepsis überwogen: Unhygienisch, umständlich und dann ist man hinterher bestimmt komplett blutverschmiert… nee, danke.

Als ich aber immer mehr angefangen habe, über meine Müll-„Produktion“ (ein seltsames Wort in diesem Zusammenhang) nachzudenken, fiel mir auch mein monatlicher Tamponkonsum ins Auge und ich fing an, mich nach müllreduzierteren Alternativen umzusehen. Daher habe ich mir verschiedene Erfahrungsberichte zu den Mooncups, wie sie auch heißen, auf Blogs oder Youtube angesehen und kaum etwas Negatives darüber gehört. Daher dachte ich, ich könnte es ja zumindest mal ausprobieren. Das ist generell so meine Einstellung in letzter Zeit, egal ob beim Mooncup, Stofftaschentüchern, Rasierhobel… Man kann es ja mal ausprobieren, schaden kann’s nicht. 🙂

Also habe ich mir eine „Lunette“ in der kleineren Version bestellt und nun seit einigen Monaten in Benutzung. Um es gleich vorweg zunehmen: Es funktioniert, ist nicht unhygienischer als ein Tampon und man ist überhaupt nicht blutverschmiert, wenn man sich nicht total dämlich anstellt.

Die Lunette hat für mich den Vorteil, dass sie aus medizinischem Silikon besteht statt aus Plastik, wie manche andere Modelle, und außerdem einen recht langen Stiel besitzt. Diesen kann frau jederzeit mit der Schere kürzen, wenn er stört, ich bin tatsächlich aber ganz froh um diese Länge, weil es mir das entfernen deutlich erleichtert.

Ich verlinke euch hier mal ein Video vom Hersteller, das das Funktionsprinzip verdeutlicht:

Die Handhabung ist nach ein bisschen Übung tatsächlich genauso schnell und unkompliziert wie beim Tampon. Lediglich nach dem Ende der Regelblutung muss man die Tasse sterilisieren. Dazu gibt es verschiedene Methoden (unter anderem kann man eine Plastikdose erwerben zur Sterilisation in der Mikrowelle… Hm.), ich habe mich für das Auskochen entschieden: Dazu wird die Menstruationstasse einfach fünf Minuten in kochendes Wasser gelegt und permanent unter Wasser gehalten.

Sehr lachen musste ich, als ich folgenden Trick erfahren habe: Man kann die Tasse einfach in die Speichen eines Schneebesens drücken und diesen in das kochende Wasser geben. So bleibt die Tasse ständig unter Wasser, ohne dass man die ganze Zeit daneben stehen müsste. Ich habe mir also extra einen neuen Schneebesen nur für diesen Zweck besorgt. Erst dann ist mir aufgefallen, wie unsinnig das ist: Wenn die Menstruationstasse sterilisiert wird, wird dabei logischerweise ja auch der Schneebesen und der Topf sterilisiert. Hygienischer geht es wohl kaum. Aber irgendwie sagt mir mein neuzeitliches, auf Hygiene getrimmtes Bauchgefühl was anderes. Kennt ihr das?

Fazit: Funktioniert. Spart Müll. Ist in der Handhabung weder einfacher noch umständlicher, weder hygienischer noch unhygienischer, weder blutiger noch unblutiger als ein Tampon. Muss allerdings nicht ganz so häufig ausgeleert werden. Ich bleib dabei.

Sollte ich demnächst tatsächlich mal die Wegwerf-Slipeinlagen aufgebraucht haben, probier ich wohl auch mal waschbare aus Stoff aus…

Viele Grüßis,
eure Pip

P.S. Nein, ich krieg kein Geld dafür, dass ich hier Werbung für Lunette mache. Ich bin eben zufrieden damit und fand auch das Video sehr informativ. Zu anderen Herstellern kann ich bisher nichts sagen.


Und auch dieser Blogeintrag wandert in die EiNaB-Blogparade, die diesen Monat bei den Grünen Zwergen stattfindet.

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8 Gedanken zu „Der Schneebesen im Badschrank: Mädchenthema

  1. Hallo!

    Finde ich super, dass Du mit der Menstruationstasse so gut zurecht kommst. Ich habe ja vor einiger Zeit auch eine ganze Beitragsserie zu dem „Mädchenthema“ geschrieben.

    Leider komme ich trotz nochmaligem Versuch nicht klar damit. Aber mit den Stoffbinden und Stoff-Slipeinlagen bin ich wirklich total zufrieden!

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

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    1. Hallo Maria,
      Jeder Jeck ist halt anders.
      Ich bin selbst sehr froh darüber, das „mein“ Modell ein recht langes Schwänzchen hat, weil die Tasse bei mir recht tief sitzt und ich sonst Probleme hätte, sie wieder raus zu bekommen.

      Hast du die Stoffbinden selbst genäht oder selbst gekauft? Ich glaub, ich schmökere gleich mal (wieder) in deinem Blog herum 😉

      Gefällt 1 Person

      1. Hallo!

        Ich habe gekaufte Stoffbinden getestet und dann selbst genäht.

        Am besten komme ich mit der ganz einfachen Faltbinde zurecht, weil sie so flexibel ist.

        Slipeinlage habe ich jedoch geformte mit Lasche zum Falten – ich sage Dir, das genialste Produkt ever!

        Müll reduzieren während den Tagen heißt die Serie. z.B. dieser Beitrag https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2015/04/18/mull-reduzieren-wahrend-den-tagen-teil-3/

        lg
        Maria

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  2. Kann (nach etwas Gewöhnungszeit) auch nur Positives berichten – und gut, dass du offen darüber sprichst. Die meisten wissen ja gar nicht, dass es Alternativen zu all dem Müll gibt. Und noch dazu ist es angenehmer.
    Viele Grüße,
    Marlene

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    1. Ich könnte noch nicht einmal sagen, ob sich die Menstruationstasse tatsächlich angenehmer tragen lässt als ein Tampon. Wer Probleme mit trockener Scheide hat, mag davon profitieren, ich selber spüre keinen Unterschied.
      Für mich liegt der Vorteil klar in der Müllersparnis und – auf längere Zeit gesehen – in den geringeren Kosten.

      Gefällt 1 Person

  3. So ein Kunststofftässchen statt einen Stöpsel in sich zu tragen ist um sooo viel besser, ich muss maximal zwei Mal pro Tag ausleeren und entgegen meiner Voreingenommenheit spüre ich sie überhaupt nicht. Ja, ich trage meine sogar in diesem Moment 😉

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