Alles in Butter

Butter ist eines der Lebensmittel, das echtes Kopfzerbrechen bereitet, wenn man möglichst keinen Müll verursachen möchte. Die Verpackung besteht nämlich aus Papier, das mit Plastik oder, noch häufiger, mit Aluminium beschichtet ist. Beide Stoffe sind gesundheitsschädlich und durch diese Beschichtung lässt sich das Butterpapierl im Grunde nicht recyceln (Belehrt mich eines besseren, sollte ich mich irren!). Das Glück, an Butter in unbeschichteter Papierverpackung heranzukommen, haben nur wenige (misseshippie berichtete) und selbst dann kann man diese bestenfalls kompostieren, da das fettige Zeug natürlich nicht in den Papiermüll gehört.

Was also tun? Auf Butter verzichten und auf andere Brotaufstriche oder Frischkäse zurückgreifen? Möglich wär’s. Aber für eine Butterliebhaberin wie mich auf die Dauer doch eher traurig.
Da bleibt nur eins: selbermachen. Und das ist auch noch erstaunlich einfach:

Das benötigst du dazu:
  • 0,5l süße Sahne (aus der Pfandflasche, versteht sich)
  • Sonst nix. Keine Zusätze, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, wirklich nix.
Außerdem noch folgendes Werkzeug:
  • Rührschüssel
  • Handrührgerät
  • Schüssel
  • Tuch
  • Sieb
  • Löffel oder Silikon-Schaber
  • Butterdose, gründlich ausgespühlt und ggf. sterilisiert
Und so geht’s:
  1. Angeblich ist es am einfachsten, wenn die Sahne Zimmertemperatur hat, ich selber konnte aber keinen Unterschied zu kühlschrankkalter Sahne feststellen. Die Sahne in die Rührschüssel geben und anfangen steif zu schlagen.
  2. Wenn es Schlagsahne wird, nicht aufhören, sondern fleißig weiter schlagen. Irgendwann beginnt die Butter, sich von der Buttermilch zu lösen. Immer schön weiterschlagen.
  3. Erst, wenn man das Gefühl hat, mindestens genauso viel Milch wie Butterflöckchen in der Schüssel zu haben (eher mehr), ist die Butter fertig und die Buttermilch kann durch das Tuch, das am einfachsten über ein Sieb gebreitet wird, abgegossen werden.
  4. Gut ausdrücken, um möglichst alle Milchrückstände aus der Butter zu lösen, sonst verdirbt sie schneller.
  5. Anschließend in die Butterdose füllen und fertig. Die abgegossene Buttermilch schmeckt wie fettarme Milch und kann auch genauso verwendet werden.

Zur Haltbarkeit: Es kommt natürlich sehr auf die Sauberkeit der Werkzeuge und die Frische der Sahne an, wie lange die Butter haltbar ist. Auch ist es wichtig, die Buttermilch wirklich gründlich davon abzutrennen. Wer sich unsicher ist, schlägt lieber noch eine Minute länger. Ich habe zudem gute Erfahrungen damit gemacht, die Butterdose einmal mit kochendem Wasser auszuspühlen, um sie zu entkeimen (5 Minuten auskochen wäre natürlich noch sicherer). Bisher musste die fertige Butter bei mir selten älter als anderthalb Wochen werden, was sie auch problemlos ausgehalten hat. Nach zwei Wochen roch sie aber schonmal etwas ranzig.

Variante: gesäuerte Butter

Im Grunde wird gesäuerte Butter genauso hergestellt wie süße Butter, nur eben mit gesäuerter Sahne. Da ich Sauerrahm aber nur im Plastikbecher erhalte, muss ich die Sahne selber säuern. Das dauert aber 1-2 Tage, nachdem ich in die Sahne 2 EL Naturjoghurt oder Buttermilch eingerührt und sie bei Raumtemperatur stehen lassen habe.
Mit Naturjoghurt hat es bei mir besser geklappt, aber vielleicht muss man von der Buttermilch auch einfach nur etwas mehr verwenden?

Variante: Bodybuilder-Butter

Naja, diese Bezeichnung ist wohl etwas übertrieben, aber es erfordert doch einiges an Ausdauer und Kraft, die Sahne nicht mit dem Handrührgerät zu schlagen, sondern sie in einem gut schließenden Schraubglas so lange von Hand zu schütteln, bis sie zu Butter wird. Das kann schonmal 10-15 Minuten dauern…

Schon einige andere Leute haben davon geschrieben, wie man Butter selber machen kann, aber ich dachte, dieser Bericht darf in meiner Selbermach-Sammlung nicht fehlen. Ich hoffe, er hat euch gefallen und wünsche euch viel Spaß beim Nachmachen!

Viele Grüße,
eure Pip


Dieser Blogeintrag wandert zur EiNaB-Blogparade, die diesen Monat bei den Grünen Zwergen stattfindet.

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10 Gedanken zu „Alles in Butter

      1. Cool, vielen Dank für deine Mühe!! Ich wusste nicht, dass das Butterpapier auch schädlich ist. Ich werde versuchen, drauf zu achten. Vllt kriege ich ja die vegane hin, ich schaue das Rezept gleich an

        Gefällt mir

  1. Hallo!

    Ich habe vor kurzem ein Video gesehen, wo die Butter in einem Glas gemacht wurde. Bodybuilder-Butter kommt gut hin denke ich 😉

    Nachdem ich gerade eine Ausbildung als Abfallberater mache – die Hülle der Butter wird ziemlich sicher thermisch verwertet – sprich verbrannt und die Abwärme genutzt. Nicht gerade prickelnd.

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

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