Einkaufsgedanken

Neulich ist mir bei meinem wöchentlichen Lebensmitteleinkauf, den ich nach wie vor zum größten Teil im örtlichen Supermarkt bestreite, aufgefallen, wie sehr sich mein Einkaufsverhalten in letzter Zeit verändert hat.

Ich glaube, der Aha-Effekt kam, als mir klar wurde, dass ich nicht nur manche Regalreihen seit Monaten nicht mehr betreten habe, sondern ganze Regal-„Viertel“. Genauer gesagt trage ich meinen Einkaufskorb (denn der große Einkaufswagen verleitet mich viel zu sehr dazu, mehr zu kaufen als ich brauche) immer nur einmal außen um die Regale herum und kaufe im Wesentlichen das, was ganz am Rand der Supermarkthalle zu finden ist: Frisches Obst und Gemüse, Milchprodukte (die im Pfandglas stehen sowieso meistens ganz außen), Eier, ein kurzer Abstecher zu den Haferflocken und den Nudeln. Das war es dann auch fast schon, mehr brauche ich kaum.

Wie viel mehr hätte der Supermarkt mir doch zu bieten. Und doch will ich all die Produkte, die dort im wahrsten Sinne des Wortes im Mittelpunkt stehen, nicht kaufen: Zu stark verarbeitet, zu sehr verpackt, zu süß, zu fett, zu salzig, zu lange haltbar (Lebensmittel verderben nun einmal recht schnell). Ich bin ganz schön wählerisch geworden, stelle ich fest.

Neulich fragte mich jemand, warum ich denn freiwillig auf die ganze tolle Auswahl verzichten würde. Eine Frage, die mich nachdenklich stimmte. Ich habe nicht das Gefühl zu verzichten. Vielleicht, manches zu boykottieren, das ja. Aber mir fehlt doch nichts. Und die Auswahl? Genau die treffe ich doch. Ich wähle ja aus. Nach Kriterien, über die ich selbst und bewusst entschieden habe. Anstatt wie früher alles, was Werbung und Auslagen mir unter die Nase halten, blindwütig in mich hinein zu stopfen.

Nun bin ich auch in dieser Sache keine Heilige. Natürlich „verirren“ sich auch in meinen Einkaufskorb ab und zu eine Tafel Schokolade, ein Fertiggericht oder ähnliches, was ich sonst eigentlich nicht mag. Und dennoch kaufe ich heute sehr viel bewusster ein als früher. Ich gebe nicht weniger Geld für mein Essen aus, aber für anderes Essen. Ich kaufe frischer, unverarbeiteter, weniger Aroma- und Konservierungsstoffe, weniger Plastikverpackungen.

Ob die Supermärkte schließen müssten, wenn alle so einkaufen würden wie ich? Keine Ahnung. Man müsste es wohl auf einen Versuch ankommen lassen.

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5 Gedanken zu „Einkaufsgedanken

  1. Worüber ich mich letztens beim einkaufen gefreut habe: meine Tochter (8Jahre) kam mit einer Packung Kekse in der Hand an und sagte:“Guck mal Mama, die sind total lecker, aber die kaufen wir jetzt nicht mehr, weil da viel zu viel Plastik drum ist. Da backen wir lieber noch mal selber, ja?“ Ha! Meine Tochter! Was war ich stolz!!!
    Liebe Grüße, Nadja

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