Doku: Ma vie zéro déchet

Oh Mann, diese Woche krieg ich es irgendwie nicht auf die Reihe, einen ordentlichen Blogeintrag zu verfassen. Momentan bin ich im „Hotel Mama“ und habe zwar im Grunde nix zu tun (außer ab und zu mal mit dem Hund spazieren zu gehen), trotzdem bin ich total planlos und verschiebe meine Blogideen erst mal auf nächste Woche, wenn ich wieder in den eigenen vier Wänden bin. Ich komme einfach nicht in die Puschen.

Daher gibt es diesmal nur einen simplen Link zu einem Youtube Video, das ich heute gefunden habe. Es bietet eine wunderbare Gelegenheit, das eingerostete Schulfranzösisch mal wieder zu trainieren, denn es handelt von einem jungen Familienvater in Paris, der in einem mehrmonatigen Projekt versucht, seinen Müll so gut es geht zu minimieren. Anders als in den Reportagen über z.B. Bea Johnson oder Lauren Singer, den bekannten Zero Waste Profis, kann man ihn von Anfang an begleiten und erkennt sich in vielen Stolperfallen und Alltagsproblemen sehr gut wieder.
Ich weiß jetzt nicht genau, wie viel man davon versteht, wenn man des Französischen nicht mächtig ist, aber vielleicht habt ihr ja Lust, trotzdem einmal rein zu schauen?

 

Edit (03.01.2016):

Hier mein Versuch, die Videobeschreibung auf Youtube zu übersetzen:

Ein Franzose produziert im Durchschnitt 500 Kilo Müll pro Jahr. Nur 35% dieser Abfälle werden recycelt. Schockiert von diesen Zahlen stellt Donatien Lemaître, der Protagonist dieser Dokumentation, eine Herausforderung in Form eines Tagebuchs: in sechs Monaten das kleinstmögliche Müllaufkommen zu erreichen. Der Haushalt, bestehend aus drei Personen, kommt so von 30 zu einem Kilo Müll pro Woche. Eine radikale Erfahrung, die Donatien von der Konsumgesellschaft entfernt, um ihn zu zwingen, sich im Alltag kreativ und klug zu erweisen. Neben den Verbänden hat sich bis heute nur eine Handvoll Städte zum Null-Müll-Ansatz engagiert: Wie lassen sich die Linien bewegen?

Versuch einer Zusammenfassung der wesentlichen Dialoge der ersten Hälfte des Films (Keine Garantie auf Richtigkeit!):

Ab ca. 11:00 geht es um die Schadstoffbelastung der Bevölkerung, die rund um die Müllverbrennungsanstalten am höchsten ist (konkret spricht er vor allem von Dioxinen, die das Krebsrisiko der Anwohner stark erhöhen). Die am stärksten Belastete Zone rings um die Verbrennungsanlagen hat ein doppelt so hohes Risiko wie normal. Das Problem mit den Dioxinen ist, dass sie unzerstörbar sind, sie zerfallen extrem langsam. Außerdem wird noch der extreme Kohlendioxidausstoß erwähnt, für ganz Frankreich so viel, wie wenn 2 Millionen Autos das ganze Jahr über rund um die Uhr unterwegs wären.

Ab ca. 13:00 geht es darum, dass es in dem Viertel von Paris, wo Donatien wohnt, keine Biomülltonnen gibt und er seine Bioabfälle selber kompostieren muss. Er überlegt, eine Kompostkiste zu installieren und die anderen Bewohner des Hauses unterschreiben sogar auf seiner Unterschriftenliste.

Ab ca. 17:00 erläutert Benoît Heilbrunn im Supermarkt, dass der Verpackungsmüll erst seit dem 19. Jhd. existiert, als man in den Selbstbedienungsmärkten den Verkäufer durch Verpackung ersetzte. Die Verpackung verkauft uns nun das Produkt, sie macht uns weiß, dass wir das Szenario einer Mahlzeit kaufen. Die Verpackung bietet die Oberfläche zum Geschichtenerzählen. Dadurch wird unsere Logik unterwandert und wir werden zum Konsum überredet.

10:12 „en vrac“ bedeutet „lose“ (Ich musste sehr lachen als ich hörte, wie die Franzosen Tupperware aussprechen: Tüperwoar 😀 )

Ab ca. 22:30 geht es darum, dass Donatien eine bestimmte Kekssorte, die er lose gefunden hat, nicht mag und er fragt, inwiefern wir auf solche Sachen konditioniert sind. Es wird die Möglichkeit genannt, der Manipulation durch Marketing dadurch zu entkommen, dass man wieder mehr Dinge selbst herstellt (bricoller = basteln, wieder was gelernt).

Dadurch sinkt bei Donatien (ca. 24:20) das Verpackungsmüllaufkommen zwar stark, aber er hat jetzt viel mehr Kompostabfälle. Aber der Vermieter hat Angst vor der Geruchsbelästigung eines Komposthaufens im Hinterhof.

In Lorient in der Bretagne schaut sich Donatien daher die Biomüllabfuhr an. In drei Stunden werden dort drei Tonnen Bioabfälle eingesammelt, neben Obst- und Gemüseabfällen auch Speisereste, Holzkisten, verwelkte Blumen. (Leider nuschelt der Müllmann so, dass ich ihn nicht verstehe). D. wundert sich, warum ein so einfaches System nicht auch in Paris installiert wird. Es dauert nur drei Monate, bis aus dem Biomüll hochwertige Komposterde wird, die an Landwirte verkauft wird. Dadurch beträgt die Entsorgungsgebühr in Lorient nur 10% des nationalen Durchschnitts.

Ca. 28:00: D. entdeckt in Paris das Plakat einer Aktion, in der Bürger ihre Ideen und Projekte der Stadtverwaltung vorstellen können und die dann evtl. Fördergelder vergibt. Er will vorschlagen, eine städtische Biomüllentsorgung aufzubauen.

Ca. 30:00 Dank dem Pfandflaschenprinzip kostet der Wein hier 20% weniger. Der Weinverkäufer, bei dem D. den Wein in wiederverwendbare Flaschen abfüllen lässt, erzählt, dass ältere Leute dieses System vor allem aus nostalgischen Gründen nutzen und jüngere eher aus ökologischen.

 

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10 Gedanken zu „Doku: Ma vie zéro déchet

    1. Meins auch! 😀 An sich ist aber, soweit ich es verstanden habe, nicht viel neues dabei, wenn man sich mit dem Thema bereits auseinander gesetzt hat.
      Aber es ist doch interessant zu sehen, wie jemand anderes an die Sache ran geht.

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    1. Ich hab mal auf die Schnelle die Videobeschreibung auf Youtube (findest du, wenn du oben im Film auf das Youtube-Emblem klickst) übersetzt. In den nächsten Tagen werde ich versuchen, nach und nach die Dialoge zusammenzufassen 🙂

      Ein Franzose produziert im Durchschnitt 500 Kilo Müll pro Jahr. Nur 35% dieser Abfälle werden recycelt. Schockiert von diesen Zahlen stellt Donatien Lemaître, der Protagonist dieser Dokumentation, eine Herausforderung in Form eines Tagebuchs: in sechs Monaten das kleinstmögliche Müllaufkommen zu erreichen. Der Haushalt, bestehend aus drei Personen, kommt so von 30 zu einem Kilo Müll pro Woche. Eine radikale Erfahrung, die Donatien von der Konsumgesellschaft entfernt, um ihn zu zwingen, sich im Alltag kreativ und klug zu erweisen. Neben den Verbänden hat sich bis heute nur eine Handvoll Städte zum Null-Müll-Ansatz engagiert: Wie lassen sich die Linien bewegen?

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  1. Auf jeden Fall sehenswert, auch wenn man nicht alles versteht! (Die Schule ist eindeutig zu lange her!) Vielen Dank für diesen tollen Link!
    Ab Februar werde ich bei mir auch mal wiegen. Bin gespannt, wie nah bzw. weit entfernt ich von Zero-Waste bin… Herzliche Grüße, Ica

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    1. Gewogen habe ich meinen Müll noch nie – ich habe nämlich keine Personenwaage. Ich mach das genau so, wie ich auch meine Figur bewerte: nach Augenmaß 😀 Interessant wäre es aber schon…

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      1. Ich hab auch nur eine sehr ungenaue Personenwaage und finde die Augenmaßmethode auch deutlich besser 🙂 allerdings hoffe ich, dass bei meinem Müll die Küchenwaage ausreicht. Ich unverbesserlicher Optimist 🙂

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