Feiertagsnachlese

Endlich krieg ich es gebacken, tatsächlich selber mal wieder etwas zu schreiben, anstatt nur Links mit euch zu teilen.

Nachdem letzte Woche mit dem Dreikönigstag die Weihnachtszeit endgültig zu ende ging, möchte ich ein bisschen Bilanz  ziehen, was mein Müllaufkommen über die Feiertage angeht.

1. Verschenken

In meinem Verwandten- und Bekanntenkreis ist es eher unüblich, allem und jedem eine Kleinigkeit zu Weihnachten zu schenken. Manche Leute scheinen sich ja echt einen riesigen Stress zu machen, jedem einzelnen Kollegen, Nachbarn, Postboten usw. irgendeine „Aufmerksamkeit“ zu überreichen, egal, ob der-/ diejenige sie brauchen kann oder nicht. Das ist bei uns hier Gott sei Dank nicht so, was das Schenken sehr vereinfacht. Ich selber beschenke in der Regel vor allem meine Eltern, meinen Bruder, mein Patenkind und meinen besten Freund. Um die Geschenke für die Großeltern kümmert sich meistens meine Mutter.

zero waste Geschenkverpackungen
Stoffbeutel, wiederverwendbare Schleifenbänder und  Schachteln statt Wegwerf-Geschenkpapier

Ich war bemüht, bei allen Geschenken möglichst wenig Verpackungsmüll anfallen zu lassen. Meine Mutter bekam z.B. ein kleines Insektenhotel aus Holz und Draht, auf dem nur ein kleiner Preisaukleber pappte (als ich es kaufte. Beim Verschenken natürlich nicht mehr!). Ich wusste, dass sie selbst schon einmal darüber nachgedacht hatte, so ein Holzhäuschen für Bienen, Schmetterlinge und andere Krabbeltiere im Garten aufzuhängen und ich glaube, sie hat sich darüber sehr gefreut.
Mein Bruder bekam einen selbst gestalteten Kinogutschein (für die Peanuts! Immer diese totaaaal uneigennützigen Geschenke! 😀 ), für den ich ein Blatt Papier aus meinem Papierreste-Stapel wiederverwenden konnte. Es war auf der Rückseite bedruckt, aber ich habe es so gefalltet, dass die unbedruckte Seite außen lag, und mit ein bisschen Kleber fixiert, sodass davon nichts mehr zu sehen war. So musste kein neues Papier verwendet werden und ein altes wurde vor dem Papiermüll bewahrt – zumindest eine Weile. Außerdem gab es noch ein Buch dazu vom örtlichen Buchhändler. Irgendwie habe ich immer noch Hemmungen, gebrauchte Bücher zu verschenken, auch wenn das viel ressourcenschonender wäre. Ich selber freue mich über ein gebrauchtes Buch genauso sehr wie über ein neues, aber ich bin unsicher, jemand anderem eines zu schenken. Eigentlich bescheuert, oder?
Mein Papa, der nach 56 Jahren – hört, hört – das Frühstücken für sich entdeckt hat („Dann halte ich vormittags viel länger durch! Echt gut!“ 🙂 ) bekam ein großes Glas mit selbst kreierter Papa-Spezial-Müslimischung „nicht geeignet für Ehefrauen, Söhne, Töchter und Hunde“, deren Zutaten ich entweder selber herstellen konnte (das Dörrobst) oder plastikfrei verpackt gekauft habe (Haferflocken, Schokolinsen, Kerne).
Für den Tobi gab es einen faltbaren Trinkbecher aus Edelstahl, der ihn so fasziniert hat, als ich von meinem erzählt habe. Leider war der in einer Pappschachtel und darin in einer Plastikfolie verpackt, als er bei mir ankam, aber nun ja, es kann nicht alles klappen.
Mein Patenkind bekam das Buch vom Urmel aus dem Eis (zum Vorlesen lassen) und eine DVD-Box mit den Klassikern der Augsburger Puppenkiste. Letztere ist natürlich nicht plastikfrei. Das war wohl die große Ausnahme unter meinen Geschenken, aber wenn ich schonmal in Augsburg wohne, ist es meine „erste Bürgerpflicht“, das Kind in dieses hohe Kulturgut einzuführen. Hab ich mir jedenfalls eingeredet. Schon wieder so ein uneigennütziges Geschenk! 😉

Verpackt habe ich die Geschenke in selbst genähte Stoffbeutel mit Weihnachtsmotiven darauf, die mit einer Stoffband zugeknotet wurden, sodass man beides nächstes Jahr nach ein bisschen Bügeln wieder verwenden kann, oder in altes Zeitungspapier, auf das ich die Weihnachtsgrüße direkt draufgeschrieben habe, oder in eine ebenfalls wiederverwendbare Geschenkschachtel. Was das anbelangt, habe ich, wie ich finde, ganz gute müllarme Lösungen gefunden.

2. Beschenkt werden

Einige Schenker haben sich sehr bemüht, meinem Müllvermeidungsansinnen entgegenzukommen und ich glaube, das war das beste Weihnachtsgeschenk überhaupt. Mein Bruder hat z.B. extra betont, dass er ein aufgehobenes Geschenkpapier vom letzten Jahr wieder verwendet hat und vom Tobi hab ich ein Buch bekommen, das ich gut verwenden kann und das er gebraucht erstanden hat. Danke, ihr beiden! ❤ Meine Eltern haben mir Sachen geschenkt, die ich mir ausdrücklich gewünscht habe, die ich gut brauchen kann und die – Zufall oder nicht – kein Plastik enthalten. Vielen, vielen Dank!

Ansonsten habe ich von den Großeltern und Tanten/ Onkeln (gibt es eigentlich einen Sammelbegriff für “ Tanten und Onkeln“? So wie „Großeltern“ für „Omas und Opas“?) viele Geldgeschenke bekommen – die in einem Studentenleben immer Verwendung finden. Vielen Dank an alle Schenker!
Leider gibt es in meiner Familie die Unsitte, dass so ein Geldgeschenk nicht einfach in einem Umschlag überreicht wird („Des schaut doch net aus so!“), sondern dass es dabei immer noch etwas dazu gibt, z.B. Süßigkeiten oder andere Sachen, die ich mir selber mittlerweile überhaupt nicht mehr kaufen würde, und die dann auch noch in viel zu viel Geschenkfolie eingepackt werden. Oh Mann, ich fühl mich grad echt mies, weil das jetzt so klingt, als wäre ich total undankbar. Aber ich glaube, ich muss  in Zukunft echt noch mehr darauf hinarbeiten, dass meine Verwandtschaft mich in meinem Vorhaben, Müll und Plastik zu vermeiden, unterstützt. 😦

3. Essen

Über die Weihnachtsferien war ich bei meinen Eltern und an den Feiertagen meistens bei der Verwandtschaft eingeladen. Da hab ich natürlich nicht kontrolliert, wie viele der Lebensmittel in Plastik eingepackt waren, Gott bewahre! Meine Mutter kauft erfreulicherweie relativ plastikarm ein, z.B. die Milch in Pfandflaschen, Gemüse wenn möglich unverpackt, und sie hat auch immer ihre eigenen Einkaufskörbe dabei.

Was das Plätzchenbacken angeht, war ich dieses Jahr echt faul: gerade mal eine einzige Sorte habe ich gemacht. Schoko-Dukaten ❤ Tatsächlich habe ich es geschafft, dabei quasi keinen Plastikmüll zu verursachen. Die Kuvertüre war in Papier und Alu verpackt, aber nächstes Jahr könnte ich vielleicht nach einem Rezept suchen, um sie sogar selber herzustellen? Das einzige, für das ich immer noch keine Lösung gefunden habe, ist das Kakaopulver, das in der Pappschachtel  nochmal in einer plastikbeschichteten Papiertüte verpackt ist. Hm.

4. Silvesterböller

Gibts bei uns nicht. Ich hab Silvester ganz gemütlich bei meinen Eltern verbracht, die böllern schon aus Rücksicht auf unseren Hund nicht. Ich glaub, dieser Feiertag ist für den Osko der beste Tag im Jahr, weil er um Mitternacht einen extra Kauknochen bekommt, um von dem ganzen Getöse in der Umgebung abgelenkt zu sein 😀

5. Christbaum

Der muss wohl sein. Jedenfalls hat meine Mutter ziemlich komisch geguckt, als ich überlegt habe, ob man nicht stattdessen den großen Ficus-Baum im Wohnzimmer weihnachtlich schmücken könnte. Naja, schade, andererseits verwenden wir noch echte Wachskerzen statt Lichterketten, da kommt es sehr auch den Wuchs des Baumes an, dass man nicht einzelne Zweige mit darunter postierten Kerzen abfackelt. Ein Nadelbaum ist, was das angeht, gegenüber dem Ficus natürlich im Vorteil. Nach Weihnachten findet er immerhin noch als Feuerholz im Kachelofen Verwendung. Aber ein bisschen wehmütig wird mir schon ums Herz, wenn ich daran denke, wie viele Bäume jedes Jahr für die paar Feiertage gefällt werden. Nachhaltige Forstwirtschaft sieht wohl anders aus.

So, mehr fällt mir grad nicht ein zum Thema Feiertagsmüll. Weihnachtsdeko gibts bei mir eh kaum (bin nicht so der Dekomensch). Leider sind diese Tage so ziemlich die müllintensivsten im ganzen Jahr und obwohl ich den Müllaspekt durchaus beachtet habe, wäre da noch Luft nach oben. Oder besser gesagt, nach unten. Habt ihr noch weitere Tipps und Anregungen, was die Vermeidung von Weihnachtsmüll angeht? Dann immer her damit!

Viele Grüße,
eure Pip


Dieser Beitrag wandert in die EiNaB-Blogparade für den Monat Januar!

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7 Gedanken zu „Feiertagsnachlese

  1. Hallo Pip!

    Da hast Du Dir wirklich sehr viele Gedanken rund um ein müllreduziertes Weihnachtsfest gemacht!

    Ich bin auch erstaunt, dass inzwischen einige wirklich gecheckt haben, dass ich Müll vermeiden möchte. Mein Onkel hat mir ein Buch geschenkt und betont, dass er es extra nicht eingepackt hat, weil ich ja Verpackungsmüll reduzieren will.

    Geht ja doch, dass man das irgendwie doch ankommt!

    Vielen Dank fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

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  2. Bei uns sind die genähten Beutel diese Weihnachten sehr gut angekommen und es wurde überlegt, diese mit Namen zu versehen, dass man sie jedes Jahr wieder nutzt. Und was gebrauchte Bücher angeht: einfach ansprechen, als ich es getan habe, stellte sich heraus, dass andere die gleichen Hemmungen hatten. Seither ist es kein Thema und jeder freut sich über gebrauchte Bücher 🙂
    LG von der Maus

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  3. Ein Tip zum Kakao: Neulich habe ich in der Bio Company Kakaopulver im Glas (ein großes Glas, ich glaube, es waren 500g) entdeckt. Marke habe ich vergessen, kann ich aber bei Bedarf nachreichen.
    Für die, die keinen Unverpackt-Laden in der Nähe haben, sicher eine Alternative.

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  4. So ähnlich sah Weihnachten bei mir dieses Jahr auch aus. Ich hab drauf geachtet, meine Verwandschaft versteht mein Verhalten leider überhaupt nicht. Ich würde es unnötig kompliziert machen und meine Versuche Müll zu vermeiden wären bloß ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich würde das ja nur machen, um mich gut zu fühlen, aber bringen würde das nix. Wie hast du deine Einstellung denn erklärt?

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    1. Gar nicht. Meiner einen Oma habe ich unterm Jahr einmal erzählt, dass ich kein Plastik mag und dieses Jahr hat sie mir einen wunderschönen Kugelschreiber aus Holz geschenkt. Mittlerweile denke ich, dass es einfacher ist, den lieben Verwandten unterm Jahr die eigene Lebenseinstellung zu erklären, dann können sie sich an Weihnachten daran erinnern und stolz darauf sein, dass sie daran gedacht und mir eine Freude gemacht haben 😉

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