Warum ich Sonnencreme nicht selber mache

Kosmetik selber zu machen ist ja in der Regel eine gute Methode, um Verpackungsmüll zu vermeiden und darüber hinaus noch genau zu wissen, was man sich jeden Tag auf die Haut schmiert. An sich ist DIY Kosmetik also sowohl für uns Menschen als auch für die Umwelt ein win-win. Doch eine Ausnahme gibt es: Sonnencreme. Im Internet finden sich etliche Rezepte, wie man diese selbst herstellen kann. Die meisten bestehen aus einer Mischung pflanzlicher Öle, bei manchen wird noch Zink- oder Titanoxid zugesetzt. Dabei gibt es jedoch zwei entscheidende Probleme:

Die UV-Strahlung, vor der uns Sonnencreme schützen soll, besteht aus zwei Komponenten: den UV-A-Strahlen und den UV-B-Strahlen (genau genommen gibt es auch noch UV-C-Strahlen, die sind aber für die menschliche Haut nicht schädlich). Den Sonnenbrand, der nach einem ausgiebigen Sonnenbad so unschön aussieht und darüber hinaus noch juckt, verursachen die UV-B-Strahlen. Es gib eine Reihe von Pflanzenölen, die gegen diese UV-B-Strahlung recht wirksam schützen können, z.B. Himbeerkern- oder Karottenöl. Das Problem: kein (!) pflanzliches Öl hat eine erwähnenswerte Schutzwirkung gegen UV-A-Strahlung. Das ist der Teil des Sonnenlichts, der tiefer in unsere Haut eindringen kann und Hautkrebs sowie vorzeitige Hautalterung verursacht.

Sonnencreme 1
Guter Sonnenschutz ist wichtig – denn UV-Strahlung verursacht Sonnenbrand, Falten und Hautkrebs!

Dazu kommt: Dieser Schaden wird in der Regel erst sehr lange nach dem Sonnenbad sichtbar und man bekommt keine unmittelbare „Rückmeldung“ von der Haut, dass ihr die Strahlung zu viel wird, wie beim Sonnenbrand. Wenn man es dann merkt, nämlich weil man Hautkrebs hat, ist es längst viel zu spät. Daher ist eine Sonnencreme oder ein Sonnenöl, das rein aus pflanzlichen Ölen besteht, kein ausreichender Sonnenschutz! Ganz im Gegenteil: Es verleitet einen geradezu, länger in der Sonne zu bleiben, weil man sich ja „eingecremt“ hat, wodurch die Langzeitschäden der UV-A-Strahlung noch drastischer ausfallen!

Möchte man seinem selbst gemachten Sonnenschutzmittel auch einen UV-A-Filter beifügen, so muss man mineralische Filter wie Titan- oder Zinkoxid hinzufügen. Dabei gibt es, neben dem bei Naturkosmetik-Sonnencreme so gefürchteten „Weißeffekt“ gleich zwei Probleme: Die genannten Oxide bestehen zumeist aus Nanopartikeln, also Teilchen, die so winzig sind, dass sie unsere Haut durchdringen und in den Körper eintreten können. Was das genau für unsere Gesundheit bedeutet, konnte bis heute noch nicht genau nachgewiesen werden, aber erste Hinweise gibt es, dass das Zeug nicht gerade gesundheitsfördernd ist. Zudem sollte man bei der Herstellung der Sonnencreme sehr darauf achten, dass man auf gar keinen Fall Spuren der Oxide einatmet, denn in der Lunge können sie Immunreaktionen auslösen und stehen im Verdacht, Krebs auszulösen.

Mit einer Kopfbedeckung, langer Kleidung und Aufenthalt im Schatten kann man den Bedarf an Sonnenschutzmitteln senken.
Mit einer Kopfbedeckung, langer Kleidung und Aufenthalt im Schatten kann man den Bedarf an Sonnenschutzmitteln senken.

Aus den genannten Gründen habe ich mich dazu entschieden, meine Sonnenschutzmittel nicht selbst herzustellen, sondern dies lieber den Profis zu überlassen. Die haben nicht nur geeignete Schutzkleidung und -geräte, sondern auch das Wissen, stets den erforderlichen Sonnenschutzfaktor zu garantieren. Ich greife beim Kauf also bevorzugt zu Naturkosmetik-Sonnencreme, die die oben genannten pflanzlichen und mineralischen Substanzen verwendet und auf chemische UV-Filter verzichtet. Dass dadurch etwas Verpackungsmüll anfällt, muss ich dann wohl in Kauf nehmen.
Allerdings kann man den Bedarf an Sonnencreme deutlich senken, wenn man darauf achtet, sich überwiegend im Schatten aufzuhalten, vor allem in der größten Mittagshitze zwischen elf und fünfzehn Uhr, und dünne, aber langärmelige Kleidung sowie einen breitkrempigen Sonnenhut zu tragen.

Von Lush gibt es seit einiger Zeit einen festen „Sunblock“ mit LSF 30, den man sich über die feuchte Haut reibt, um das Sonnenschutzmittel aufzutragen. Auf der Homepage konnte ich allerdings keine Angaben finden, inwieweit dieses Produkt einen ausgewogenen UV-A/B-Schutz bietet. Ich denke, ich werde mich dahingehend demnächst einmal schlau machen und dann gegebenenfalls den Sunblock einmal testen, denn ein festes Sonnenschutzmittel würde das Verpackungsproblem natürlich ersparen.

Wie haltet ihr es mit dem Sonnenschutz: Chemisch oder mineralisch? Lieber im Schatten bleiben oder auf das Sonnenbad auf keinen Fall verzichten? Lasst es mich wissen!

Viele Grüße
eure Pip

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10 Gedanken zu „Warum ich Sonnencreme nicht selber mache

  1. Hey!
    Ein sehr wichtiger und informativer Beitrag.
    Leider kenne ich genug Menschen, die sich GAR NICHT eincremen – bzw. nur, wenn sie ins Schwimmbad gehen. Ich trage immer Sonnenschutz, täglich, auch wenns regnet. Wegen den UV-A Strahlen. Da ich für meine Hautpflege u.a. Fruchtsäure benutze, ist das Pflicht.
    Bisher habe ich nur chemische Sonnenfilter benutzt, mineralische noch nicht. Könnte mir aber vorstellen, das mal zu testen, wenn meine Creme leer ist.
    🙂 Ich denke auch, für so eine wichtige und gute Angelegenheit ist es schon okay, etwas Plastikmüll zu produzieren.

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  2. Hallo Pip, da kann ich dir echt nur zustimmen! Ich vergreife mich an verschiedenen Dingen auch nicht selbst, sogar bei der Zahnpaste hab ich mich noch nicht entscheiden können. Wenn die Zähne einmal kaputt sind, sind sie kaputt, da vertraue ich lieber meinem Zahnarzt. Das gleiche gilt auch für Sonnencreme, da hast du recht, da möchte ich auch kein Risiko eingehen. Danke für die ausführliche Hintergrundrecherche!
    Viele Grüße,
    Marlene

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    1. Zahnpasta mache ich auch nicht selber. Im Ohne-Laden in München gibt es die Dentabs Zahnputztabletten zum Abfüllen, daher muss ich hierfür keinen Müll produzieren. Auch ich vertraue hier also auf die Profis, denn schließlich will ich nicht umsonst jahrelang unter einer Zahnspange gelitten haben…

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      1. So ein Ohne-Laden ist echt eine feine Sache! Leider hier noch nicht vorhanden. Aber es gibt auch noch genug andere Baustellen, wo ich mehr Plastikmüll und Verpackung einsparen kann als bei Zahnpasta. Unsere lokale Kita hat zeitweise Zahnpastatuben und Zahnbürsten gesammelt und etwas Geld dafür bekommen von den Recyclingfirmen… Kleine Schritte, ne?

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  3. Hallo Pip!

    Ich bleibe im Schatten und wenn ich in die Sonne gehe, dann kleide ich mich entsprechend. Letztes Jahr war ich 1 Monat in Griechenland – keine Sonnencreme, kein Sonnenbrand!

    Wenn ich doch ein wenig Bedarf habe, dann verwende ich Olivenöl, das hat einen ganz leichten natürlichen Sonnenschutzfaktor. Das reicht mir.

    lg
    Maria

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  4. Ich bleibe so oft es geht im Schatten. Natürlich creme ich mich auch ein, aber nicht mit dem Euf von Nivea und Co. Ob meine Haut die Sonne verbrennt, oder diese Inhaltsstoffe mich von innen vergiften, bleibt sich da völlig gleich. Ein Kompromiss ist für mich da die Sun Ozon Serie (weiße Verpackung) von Rossmann. Keine Emulgatoren, Duftstoffe usw., guter Preis und ich bekomme endlich keine Sonnenallergie mehr. Auf Olivenöl und Co. verzichte ich, sie bieten der Haut Pflege – aber keinen Sonnenschutz.

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  5. Mit der Sonnencreme sehe ich es genauso wie du, unsere Kinder machen im Sommer mittags eine Pause im Haus, ansonsten sind wir viel im Schatten und wir haben eine Creme von alverde mit LSF 30 für alle. Dieses Thema ist mir echt zu heikel, um da zu probieren, genauso wie die Zahncreme. Ich habe die Zahnputztabletten von Naturlieferant.de bestellt und bin damit wirklich sehr zufrieden

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  6. Du hast völlig recht, bei dem Thema sollte man lieber nichts selber mixen! Trotzdem ist es wirklich schwierig eine GUTE Sonnencreme zu finden. In dem dm bei mir um die Ecke führen sie seit diesem Sommer von Jean&Len Philosophie ein wasserfestes Sonnenspray das ohne Nanopartikel, ohne Parabene, ohne Silikone und ohne Emulgatoren auskommt. Außerdem ist es vegan. Es gibt (jedenfalls in diesen dm) LSF 30 und 50. Allerdings kosten 250 ml 11,95 € bzw. 14,95 € und leider bekommt man es in einer Plastikflasche. Aber es kommt einer GUTEN Sonnencreme schon sehr nah 😉
    Viele Grüße

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