Müllfreie Schule # 1: Essen und Trinken

Puh… nach fast sieben Jahren Abstinenz bin ich nun wieder voll und ganz im Schulalltag angekommen – nun ja, aber dieses Mal habe ich es mir ja selbst so ausgesucht. Was jetzt aber anders ist (Abgesehen davon, dass ich die Seiten gewechselt habe…), ist, dass ich natürlich auch hier versuche, möglichst müll- und plastikarm über die Runden zu kommen.
Da dies gleich mehrere Problemfelder betrifft, die vermutlich auch für einige von euch interessant sind, habe ich vor, in der nächsten Zeit eine kleine Beitragssequenz zum Thema „Müllfreie Schule“ zu starten. Vermutlich lässt sich einiges auch auf den (Büro-) Arbeitsalltag übertragen.
Los gehts mit dem Pausenbrot, das ja jeden Tag auf Neue zubereitet werden muss, sodass es übers Schuljahr hinweg unter Umständen einen ziemlich großen Müllberg verursacht.

Tipp 1: Selber machen statt selber kaufen

Das ist wohl das Nächstliegende. Wer seinen Kindern, evtl. sogar mit ihnen gemeinsam, das Pausenbrot selbst zubereitet, kann nicht nur Einfluss darauf nehmen, was gegessen wird, sondern auch, wie viel Müll dabei entsteht.
Beim Einkauf der dafür benötigten Lebensmittel können selbstverständlich die selben Müll- und Plastikvermeidungsprinzipien angewendet werden wie sonst auch (lose Produkte bevorzugen, ggf. auf plastikfrei Verpacktes ausweichen) und die Kinder müssen sich nicht mehr beim Bäcker oder im Pausenverkauf selbst um ihr Essen kümmern, was meistens auch den Gesundheitsfaktor der Verpflegung immens steigern dürfte.

Tipp 2: Wiederverwendbare Behälter statt Einwegverpackungen

Damals, als ich noch jung war (ja, mittlerweile bin ich alt genug, solche Formulierungen zu benutzen 😛 ), waren wiederverwendbare Brotzeitdosen und Trinkflaschen noch Standard, zumindest bis zur Mittelstufe und zumindest aus Plastik. Meine Mutter hat uns sogar bis rauf zum Abi jeden Morgen ein Pausenbrot geschmiert und gepackt! ❤
Plastikfreie Flaschenalternativen gibt es zuhauf, z.B. aus Glas (u.a. von Soulbottle, Emil die Flasche, sogar Ikea) oder Edelstahl (Klean Kanteen, Ecobrotbox, Kivanta, Made Sustained o.ä.), aber auch Behälter fürs Essen gibt es ohne Plastik (Ecobrotbox, Lunchbots, Onyx, Einmachgläser, alte Schraubgläser u.v.m.). Darüber hinaus können auch noch Geschirr- oder Bienenwachstücher zum Einsatz kommen, um z.B. Alu- oder Frischhaltefolie zu ersetzen.
Welches Material bevorzugt wird, hängt ein bisschen vom Alter und sehr viel von der Umsichtigkeit der eigenen Sprösslinge ab. Auch Grundschüler können oft bereits problemlos mit „zerbrechlichen“ Glasbehältern umgehen, wenn sie es entsprechend gelernt haben.

Tipp 3: Vorlieben berücksichtigen und Abwechslung bieten

Je nachdem, wie wählerisch der Nachwuchs ist, kann sich dieser Tipp zu einem Paradoxon auswachsen… Nichts ist schlimmer als ein liebevoll zubereitetes Pausenbrot, das verschmäht wird und am Ende des Tages aufgeweicht, zerfleddert und muffig im Mülleimer landet.
Der Klassiker ist vermutlich das Wurst- oder Käsebrot mit Apfel (letzterer von Mutti hingebungsvoll geviertelt und entkernt :* ), doch lässt sich auch aus Resten vom Vortag noch eine tolle Vesper zaubern: Nudelsalat, klein geschnittenes Gemüse mit Dip (Joghurt, Senf, Guacamole o.ä.), Pizzaecken, Müsli oder übriggebliebene Pfannkuchen (okay, DAS ist nun wirklich ein Paradoxon! 😀 ) lassen sich ebenso gut mitnehmen, schmecken lecker und sorgen für Abwechslung in der Dose. Gegebenenfalls daran denken, Besteck beizulegen!
Natürlich lässt sich dadurch nicht verhindern, dass eventuell doch lieber der Schokomuffin im Pausenverkauf vom Taschengeld gekauft wird, aber die wieder nach Hause gebrachten Lunchpakete sind in der Regel ein sehr deutlicher Hinweis darauf.

Tipp 4: Waschbares „doggy bag“ oder Furoshiki, um alles zusammen zu halten

Last but not least ein Tipp, der zwar nicht zwingend notwendig ist, den ich aber sehr praktisch und darüber hinaus auch noch sehr hübsch finde: Damit nun die ganzen Flaschen, Kaffeebecher (für Lehrer_innen und Oberstufenschüler_innen geradezu überlebensnotwendig), Dosen, Döschen, Gläser, Gläschen, Löffel, Gabeln, Äpfel, Bananen, Stoffservietten … nicht alle einzeln im Rucksack herumfliegen/ zermatschen/ vergammeln, habe ich mir aus einem Rest festeren Vorhangstoff einen Beutel genäht, in den ich den ganzen Kram verstaue (aus den Resten vom Kürzen! Nein, Mama, ich habe NICHT ein Guckloch in die Gardine geschnitten!!! Worauf du wieder kommst!). So habe ich alles mit einem Handgriff parat und muss nicht ewig herumwühlen, bevor ich meinen Hunger stillen kann. Alternativ kann man auch ein Geschirrtuch nach der japanischen Furoshiki-Art zu einem Beutel wickeln und verknoten.

Zu guter Letzt habe ich hier noch ein ganz wunderbares (englisches) Video gefunden. Es stammt von einem Viertklässler aus New York, der 75 Tage lang sein Schulessen dokumentiert und mit der Online-Menüankündigung verglichen hat. Erschreckend, was er herausfindet… Allerdings beschleicht mich der Verdacht, dass er dieses Video nicht ganz alleine erstellt hat 😉

Habt ihr noch weitere Tipps zur Müllvermeidung in der Pause oder Anregungen für abwechslungsreich befüllte Brotzeitdosen? Dann immer her damit!

Viele Grüße,
eure Pip


Auch dieser Blogeintrag wandert (mittlerweile kann ich sagen: natürlich) zur EiNaB-Blogparade!

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3 Gedanken zu „Müllfreie Schule # 1: Essen und Trinken

  1. Das sind wirklich tolle Ideen 🙂
    Dankeschön für das Verbreiten! Da ich komischerweise in der Schule sowieso nichts esse, habe ich jetzt dafür keine Tipps-. Wobei doch: Vielleicht einfach mal bewusst über die Menge nachdenken! Denn die Kinder wissen ja meistens, wie viel sie brauchen! Genauso finde ich es eine gute Idee, wenn Kinder vielleicht schon in der Grundschule anfangen, aktiv zu überlegen, worauf sie heute Lust haben. Da müssen Mama und Papa dann nicht ganz so kreativ sein 😉
    Ab und zu kaufe ich mir auch mal Wasser raus dem Supermarkt, wenn ich in der Stadt bin und mein Trinken vergessen habe. Sonst wird bei uns nur Leitungswasser getrunken, nur in manchen Situationen geht es nicht anders. Da ich leider nicht aus Glasflaschen trinken kann (Psyche… Da trinke ich einfach gar nichts, weil ich so unmotiviert bin :D) nehme ich diese Plastikflaschen dann für eine ziemlich lange Zeit. Das ist dann zwar nicht plastikfrei, aber ein kleiner Fortschritt!
    Liebe Grüße von meinem Blog 🙂

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  2. Hallo!

    Super Zusammenstellung hast Du hier gemacht. Meine Kinder sind ja mittlerweile schon lange raus aus der Sache, aber ich habe ihnen immer was mit gegeben.

    Vorbereitet habe ich alles meist schon am Abend und im Kühlschrank griffbereit gelagert. Damit ich in der Früh keinen Stress habe. Sehr gerne auch Kuchen, weil sie was Süßes geliebt haben.

    Für den Sommer hatte ich eine kleine Kühltasche, weil sie auch immer wieder gerne Joghurt mitgenommen haben, damit es kühl bleibt. Löffel dazu geben!

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB, ja, mittlerweile Stammgast, ich freue mich!

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

  3. Ich hätte gerne die Bekanntschaft mit einer Lehrerin gemacht, die sich so für Nachhaltigkeit interessiert und die Zero-Waste-Philosophie in ihren Alltag zu integrieren versucht. Trotz dem immer größeren Einfluss von Medien, haben Lehrer dennoch eine Vorbildfunktion, die meiner Meinung nach nicht von allen wahrgenommen wird – Gerade das Thema „Umweltbewusstsein“ kommt in vielen Schulen deutlich zu kurz! Wenn ich überlege, wie viele Plastikflaschen im Unterricht auf den Tischen standen und in der Mittagspause sind alle Oberstufenschüler zum nächsten Supermarkt gerannt. Vielleicht hätte ein Vortrag (oder besser eine Art Seminar) zum Thema Plastik nicht alle Schüler überzeugt, aber zumindest wäre die Thematik in das Bewusstsein gerückt worden und hätte vielleicht auch den ein oder anderen Schüler inspiriert. Bezüglich den Schulbroten ist vor allem der Satz „Wer seinen Kindern, evtl. sogar mit ihnen gemeinsam, das Pausenbrot selbst zubereitet, kann nicht nur Einfluss darauf nehmen, was gegessen wird, sondern auch, wie viel Müll dabei entsteht.“ wichtig! Am besten ist es wohl, die Kinder von klein auf in die Essenszubereitung zu integrieren, damit sie lernen die Lebensmittel auch wert zuschätzen. Mit Früchten und Nüssen kann man beispielsweise natürliche Süße zu den Lunchpaketen hinzufügen, wenn dies gewünscht! Individuelle, kindgerechte und gleichzeitig gesunde Rezepte im Internet gibt es genug, am Ende zählt wie viel Zeit man sich schlussendlich dafür nehmen möchte. Das Einpacken wiederum geht mit dem richtigen Zubehör kinderleicht und ist kaum zeitaufwendig.

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