Müllfreie Schule #2: Tintenpatronen, ade!

Nachdem es im ersten Beitrag zur müllfreien Schule um das Pausenbrot ging, möchte ich mich heute einem Thema widmen, das in der Schule grundlegender nicht sein könnte: dem Schreiben. Genauer gesagt: der Frage, womit man schreibt.

Denn hier gibt es unzählige Möglichkeiten, jede Menge Müll zu verursachen und nebenher der eigenen Gesundheit auch noch zu schaden: Billige Plastikkugelschreiber, Filzstifte in den grellsten Farben und Chemiekeulen wie der allseits beliebte Tintenkiller sind alles andere als umweltfreundlich und meistens noch nicht einmal sehr langlebig. Und wenn ich darüber nachdenke, dass wir früher sogar unsere farbverschmierten Finger „gekillert“ haben, will ich lieber gar nicht genau darüber nachdenken, welche Giftstoffe meine Haut dabei aufgenommen hat.

2 Müllfreie Schule 1Daher möchte ich heute einmal eine Lanze brechen für den guten, alten Tintenfüller! Erhältlich in sehr plastikarmen Ausführungen aus Holz oder Metall (komplett plastikfrei habe ich noch keinen gefunden, aber immerhin) und häufig sogar noch in irgendwelchen Schreibtischschubladen  aus Omas Zeiten zu finden, sofass man ihn evtl. noch nicht einmal neu kaufen muss, ist der Füller vor allem dann ein umweltfreundliches Schreibgerät, wenn man ihn statt mit vielen kleinen Tintenpatronen aus Plastik, von denen ein Schüler in der Regel mehrere pro Woche benötigt, mit einer wiederbefüllbaren Patrone, einem sogenannten Konverter, verwendet. Dieser lässt sich herrlich altmodisch aus einem Tintenglas „aufziehen“, welches sogar in 1L-Ausführungen erhältlich ist. Die dadurch erzielten Mülleinsparungen  sind immens!

2 Müllfreie Schule 2Der Nachteil an der Sache: Da man den 1L-Vorrat an Tinte wohl kaum in die Schule mitnehmen wird, muss man regelmäßig zuhause ans Auffüllen denken, um nicht in der Schule plötzlich ohne „Sprit“ dazustehen… Statt bequemer Plastik-Wegwerf-Verpackung ist also, wie so oft, ein bisschen Hirnschmalz gefordert! Falls dabei doch mal etwas daneben geht und über die Hand läuft: Tinte ist wasserlöslich! D.h. einfaches Händewaschen genügt, um sie zu entfernen!

Und wenn man dann noch etwaige Fehler nicht „killert“ und überschreibt (was in der Regel ziemlich patzig aussieht), sondern fein säuberlich mit einem Lineal – aus Holz – durchstreicht, wertet das zudem auch die äußere Form des Deutschaufsatzes  oder der Biologieklausur ungemein auf *Insiderwissen* 😉

Wie schaut’s aus: Könnt Ihr euch vorstellen, eure Tintenpatronen und Wegwerfkugelschreiber durch einen wiederbefüllbaren Konverter zu ersetzen? Oder ist euch das zu viel „Gepansche“??

Viele liebe Grüße
eure Pip


Diesen Beitrag findet Ihr neben vielen interessanten Artikeln in der aktuellen EiNaB-Blogparade!

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14 Gedanken zu „Müllfreie Schule #2: Tintenpatronen, ade!

  1. Das erinnert mich an meine kürzlich wieder gefundene Feder, die man noch altmodischer ins Tintenglas tippen muss. Der Halter ist ganz aus Holz und die Feder aus Metall.
    Bei meiner Deutschlehrerin waren Tintenkiller verboten. Man musste durchstreichen.
    Privat schreibe ich fast immer mit (Druck)Bleistift.

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  2. So einen benutze ich schon seit Jahrzehnten – ich bin lääääängst nicht mehr in der Schule und schreibe trotzdem noch oft und gern mit Füller. Aber dann doch nicht so viel wie SchülerInnen – mir reichen drei mit unterschiedlichen Tintenfarben befüllte kleine Fäßchen schon seit mehreren Jahren 🙂
    Noch vor dem Konverter allerdings hatte ich mir extra einen auffüllbaren Füller gekauft (man dreht am unteren Ende und zeiht damit die Tinte aus dem Faß) Hätte ich da schon gewußt, daß es diese Konverter gibt, hätte ich mir einen solchen Füller nicht kaufen müssen.
    Möchte aber Jemand eh einen neuen Füller kaufen würde ich zum auffüllbaren raten, in den Tank paßt einfach viel mehr rein als in den Konverter 🙂

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  3. Ehrlich gesagt, habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht, und das Problem besteht ja nicht nur in der Schule, sondern auch in der Uni 😉 Ich habe einen Füller aus Metall (nur Zufall, der ist hübsch), benutze aber natürlich die kleinen Plastikpartonen. Und auch sonst fliegen hier eine Millionen von diesen Werbekugelschreibern rum… Vielleicht sollten wir die nach und nach aufbrauchen und uns Gedanken über Alternativen machen, aber das wird noch eine ganze Weile dauern. Und funktionierende Kugelschreiber weg schmeißen ist auch nicht in meinem Sinne… Aber ich werde zusehen, dass keine Neuen ins Haus kommen 🙂

    Und Tintenkiller konnte ich schon als Kind nicht leiden 😀

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  4. Ha, was freue ich mich über diesen Artikel! Gerade letzte Woche habe ich überlegt, ob ich meinen Füller „umbauen“ könnte – jetzt kenne ich den Namen dieses wiederbefüllbaren Systems und bin auch gleich im Internet fündig geworden. Danke dafür!

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  5. Ich hatte schon als Jugendliche einen auziehbaren Füller und kann mich nicht erinnern, dass mir oft die Tinte ausgegangen wäre. Inzwischen brauche ich die Patronen der Kinder auf, da gab es Wünsche der Schule, was sie im Volksschulalter für Federn verwenden sollten, unser Vorrat in blau reicht mir wahrscheinlich noch viele Jahre. Allerdings hast du mich auf die Idee gebracht, nach roter Tinte zu suchen. Benötige ich als Lehrerin recht viel 🙂
    glg

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  6. Hallo!

    Ich schreibe sehr gerne mit Bleistift. Privat fast ausschließlich mittlerweile. Da kann ich auch gut radieren, wenn ich mal was ausbessern muss.

    Von den wiederbefüllbaren „Tintenpatronen“ habe ich schon gehört, sicher eine ganz tolle Sache. Selbst will ich allerdings lieber nichts Neues anschaffen, ich verwende derzeit lauter Reste aus der Schulzeit meiner Kinder.

    Danke fürs Verlinken zu #EiNaB!

    lg
    Maria

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  7. Oh man, ich komm mir voll unkultiviert vor, mit meinen Kugelschreibern 😉
    Aber ein echt schöner Beitrag! Wie reagieren denn die Kids auf die Ökoalternative? Cool oder uncool?
    LG Zora #Einab

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  8. Genau das mit der Spritze und dem Auffüllen der Patronen wollte ich auch gerade schreiben 😉 Das ist dazu noch sehr cool für ein Schulkind! Später hatte ich dann auch einen Kolbenfüller, da war das unnötig.

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