Zurück aus dem Plastikurlaub

Bin wieder dahaaaa! 😄

Falls sich jemand gewundert hat, warum in den letzten zwei Wochen nichts von mir zu lesen war: Ich war im Urlaub! Und da vor dem Urlaub noch einiges zu tun war, bin ich leider nicht dazu gekommen, im Voraus Texte zu schreiben, daher war eben zwei Wochen lang Funkstille. Muss halt auch mal sein.

Und ich dachte mir, dass ich ein wenig aus dem Urlaub berichte: Der war nämlich zwar einerseits schön, abererseit doch auch irgendwie ein bisser unbefriedigend. Aber der Reihe nach!

Der Begriff „Urlaub“ trifft es in diesem Zusammenhang möglicherweise nicht so 100%ig, denn ich bin als Betreuerin auf eine Jugendfreizeit gefahren. Mit 17 Teenagern sind wir 12 Tage lang in ein Gruppenhaus an der dänischen Ostseeküste gefahren (dicke Empfehlung: Haus Pletten in Hejls!), haben dort gemeinsam gekocht, gespielt, gebadet, Ausfüge gemacht, Lagerfeuer geschürt, uns gegenseitig Streiche gespielt und was man eben sonst so auf einer Jugendfreizeit tut. Es war eine wunderbare Zeit, das Wetter hat zumindest in der zweiten Woche mitgespielt und die Gruppe war im Großen und Ganzen echt gut zu haben (Ausnahme: die Streiche, die sie mir gespielt haben… grrr! 😠). Aber…

ABER: Mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke, wie viel Müll wir in diesen zwei Wochen produziert haben! Leider ist es nämlich nicht möglich, für so eine Gruppe verpackungsfrei auf dem Wochenmarkt einzukaufen – zum einen würde das das Budget bei weitem sprengen und zum anderen hatten wir dazu auch nicht die nötige Ortskenntnis, um uns entsprechend zu versorgen. Daher waren so ziemlich alle Nahrungsmittel, die wir einkauften, in Plastik eingewickelt. Ich kann euch sagen: Für mich war es schon ein ziemlicher Schock, mal wieder vor Augen geführt zu bekommen, wie die europäische Durchschnittsbevölkerung einkauft. 😱

Der zweite Schock war, festzustellen, dass in Dänemark – jedenfalls in der Ecke, in der wir waren – der Müll nicht getrennt wird!!! Alles, aber auch wirklich alles wird in einen großen Müllbeutel geschmissen, der spätesten nach zwei Tagen bestialisch zu stinken beginnt (nebenbei: Mein Müll zuhause stinkt nicht. Sogar der Biomüll müffelt erst, wenn man ihn im Hochsommer länger als ne Woche nicht raus bringt und er in seinem Plastik*sie hat Jehova gesagt*eimer vor sich hin gärt). Selbst das Altglas kommt da mit rein. Es war zum Heulen! Immerhin gibt es in Dänemark ein Pfandsystem für Getränkeflaschen und -dosen, allerdings vermute ich, dass das wenigste davon Mehrwegflaschen waren.

Also habe ich, so gut es ging, versucht, zumindest meinen „persönlichen“ Müll einzuschränken. Ich habe natürlich einige Stofftaschentücher dabei gehabt, zwei Trinkflaschen und zwei Edelstahl-Brotzeitdosen und ne Einkafstasche sammt Gemüsebeutel. Letzterer kam nicht zum Einsatz, der Rest immerhin schon. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich in diesem Urlaub keine Plastikflasche gekauft habe! Allerdings könnte es sein, dass ich hie und da mal ein Glas Cola oder Fanta mit-getrunken habe, was zuvor in einer solchen aufbewahrt wurde… *hüstel*. Nunja.

Jedenfalls habe ich beschlossen, diesen Urlaub Urlaub sein zu lassen und mir nicht den Kopf zu zerbrechen, wie ich die letzten zwei Wochen in meine Müllbilanz einrechnen muss. Ab jetzt wird wieder der täglich (bzw. hoffentlich nicht täglich) anfallende Restmüll gesammelt und kommt am Monatsende ins Müllglas – möge es noch lange nicht voll werden! Ist das jetzt geschummelt? Kann sein. Hab ich eben mal Urlaub vom Müllfasten gemacht!

Viele Grüße,
eure Pip


Diesen Beitrag reiche ich bei der EiNaB-Blogparade ein!

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3 Gedanken zu „Zurück aus dem Plastikurlaub

  1. Eine ähnliche Situation hatte ich im Mai, Dänemark, 14 Tage, Praktikumsbetreuung von jungen Erwachsenen. Der Unterschied: Jeder hat für sich selbst eingekauft, die Teilnehmer haben in Ferienhäusern gewohnt und wir die Betreuer eben in einem anderen. Dadurch musste ich einerseits mit ansehen, wie die Teilnehmer in die Discounter rennen und Müll kaufen, andererseits konnte ich aber meiner Kollegin wenigstens das unverpackte Gemüse unterjubeln 😉 Und in den Ferienhäusern wurde Glas vom restlichen Müll getrennt, aber der Restliche wanderte eben in eine Tonne.
    Ich weiß also genau, was du meinst und kann dich da voll verstehen! Ich habe mir sogar (obwohl ja jeder für sich selbst verantwortlich war) so einen Viererpack Muffins gekauft, der in Plastik verpackt war. Aber die waren soooo lecker! Und ich muss zugeben, dass mein Weg bis zu deiner Konsequenz noch sehr lang ist… Eigentlich hätte ich auch in mehreren Besprechungen und Meetings schon Kaffee ausschlagen müssen, weil er aus Kapseln kommt. Aber das tue ich nur in den seltensten Fällen. Da gibt es noch ganz andere Baustellen…

    Also: Gräme dich nicht, du bist nicht die Einzige der es in Dänemark so ergangen ist 😀

    LG Claudia

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  2. Mir geht es im Urlaub generell so :/ Beim letzten Urlaub habe ich immerhin an meinen Brotbeutel und Einkaufsbeutel gedacht (und glatt beim ersten Einkauf vergessen).
    Meistens könnte ich durch bessere Planung Müll vermeiden. Leider bin ich im Urlaub dann doch oft zu bequem und produziere gerade da, wo es noch viel wichtiger wäre als zu Hause, keinen Müll zu produzieren, umso mehr 😦 Aber mit jeder Reise verbessere ich die Planung und mein Bewusstsein für Müll 🙂

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  3. Hallo Pip!

    Urlaub ist immer sehr schwierig, vor allem, wenn man in einer fremden Umgebung ist. Mittlerweile suche ich meine Urlaubsorte schon auch ein wenig danach aus, wie es da mit dem Müll funktioniert muss ich ehrlich sagen.

    Dieses Jahr habe ich mich vorher ganz genau erkundigt, vor allem über die Trinkwasserversorgung. Zum Glück gab es eine Quelle, wo man Trinkwasser in Flaschen abfüllen kann und man muss trotz südlichem Land keine Plastikflaschen kaufen.

    Gerne fahre ich in Appartements und nehme einige Knackpunkte von zu Hause mit. Das vereinfacht es für mich, denn ich will natürlich auch Urlaub haben und mich nicht durch 100 Geschäfte wälzen, nur damit ich etwas unverpackt bekomme.

    Mülltrennstandards sind leider in vielen Ländern noch nicht so hoch wie bei uns (in D+Ö), das tut dann wirklich weh. Leider war das in unserem Urlaub auch so. Am liebsten hätte ich alles wieder mit nach Hause genommen!

    lg
    Maria

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