Rosenheimer Mülltrennungsprobleme

Hallo, ihr Lieben!

Ja, ich lebe noch! Die letzten beiden Monate waren wirklich turbulent: neue Wohnung, neue Umgebung, neue Schule… Da kam dieser Blog hier leider etwas arg kurz! Ich bitte inständig um Verzeihung!

In den letzten Wochen habe ich also erst einmal herausfinden müssen, wie und wo ich hier in Rosenheim möglichst müll- und plastikarm einkaufen kann (größtes Problem, wie bisher auch: Wurst und Käse) und wie ich den anfallenden Müll wieder loswerde.

Gerade letzteres ist hier ein bisschen abenteuerlich: Es gibt nämlich nur eine Müllabfuhr für das Altpapier und den Restmüll, alles andere soll man zu sogenannten Müllinseln bringen, von denen es in jedem Stadviertel mehrere gibt, und dort in die jeweiligen Container sortieren. In der Regel findet man dort welche für verschiedenfarbiges Altglas, für Verpackungen, Altkleider und für Kompost. Meine erste Amtshandlung in der neuen WG bestand also darin, einen Biomülleimer in der Küche aufzustellen, damit wenigstens die Lebensmittelabfälle nicht in der Müllverbrennung landen. Fürs Altglas gab es immerhin bereits eine Kiste.

Was wir hingegen nicht trennen, ist der Verpackungsmüll, weil einer meiner Mitbewohner von einem Bekannten erfahren haben will, dass der hier in der Gegend nicht recycelt wird, sondern ebenfalls verbrannt, nach dem Motto: „Ofen zu kalt, mehr Plastik; Ofen zu heiß, mehr  Restmüll“. Das ist natürlich ein herber Rückschlag in Sachen Müllreduktion, sodass ich momentan meinen Restmüll auch nicht mehr in einem Einmachglas sammle. Jedenfalls schreit das regelrecht nach einer „Pip hakt mal wieder bei einem Unternehmen nach, das ihr nicht umweltfreundlich genug wirtschaftet“-Mailaktion… 🤔 Mal sehen.

Meine Mitbewohner sind übrigens aus allen Wolken gefallen, als ich die leeren Joghurtgläser aus der Altglaskiste gefischt und ihnen erklärt habe, dass da doch Pfand drauf ist… Ein interessanter Einblick in einen eher durchschnittlich umweltbewussten Haushalt, den ich in diesem Jahr also bekomme 😄

In der nächsten Zeit habe ich vor, die hiesigen Einkaufsmöglichkeiten noch etwas weiter auszuloten, den Wochenmarkt zu testen, mir einen Mitgliedsausweis bei der Stadtbücherei zu holen und ansonsten irgendwie zu versuchen, mein schulisches Arbeitspensum irgendwie bewältigt zu bekommen.

Daher höre ich jetzt auch auf, euch vollzuqualmen und wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

Viele Grüße,

Eure Pip

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14 Gedanken zu „Rosenheimer Mülltrennungsprobleme

    1. Hallo Maria,

      ja, man lebt ja sonst schon ziemlich in seiner eigenen Welt und geht blödsinniger Weise davon aus, dass doch alle Menschen Mülltrennung und Müllreduzierung gut finden müssten und dass sie das dann auch tun… Mal sehen, wann ich demnächst tatsächlich mal die Zeit finde, eine Mail-Aktion oder irgend sowas zu starten…

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  1. Das mit der Müllverbrennung von Plastik erzählen immer mal wieder Leute… Hier in Hannover muss ich mir auch von einem Freund ständig anhören, dass es viel effizientere Sortieranlagen als Mensch gibt, weswegen ich gar nicht trennen soll, und dass sowieso alles in die Verbrennung kommt, weil die Leute zu wenig Restmüll produzieren… Ich weiß immer nicht, was ich davon glauben kann. Wahrscheinlich hätte ich auch schon längst mal irgendwo nachfragen müssen.
    Und dass die Menschen zu wenig Restmüll produzieren, kann ich gar nicht glauben, wenn man sich mal die Mülltonnenverhältnisse vor den Wohnhäusern ansieht.

    Die Irritation über die Pfandgläser finde ich allerdings verrückt! Erstens steht es auch den Gläsern und zweitens steht es auf dem Kassenbon. Wenigstens da muss man sich doch wundern, wofür man Pfand gezahlt hat!

    Ich bin weiter gespannt auf deine neuen Erlebnisse in einer neuen Stadt 🙂 Und berichte auf jeden Fall vom Wochenmarkt! Ich hab das bisher noch immer geschafft 😉

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    1. Hallo Claudia,

      es stimmt wirklich, dass rund 80% des Gelben Sacks (hier in Baden-Württemberg) verbrannt werden, weil a) der Verpackungsmüll nicht sortenrein genug ist b) Recycling-Anlagen und Verfahren für manche Plastikarten nicht wirtschaftlich sind und c) im Restmüll nicht genug brennbares Material vorhanden ist, sodass brennbares Plastik als ‚Brandbeschleuniger‘ zugegeben werden muss.
      Die Müllverbrennungsanlagen sind ein großes Problem, da sie dem Recyclinggedanken diametral entgegen stehen, sodass die Anreize zur Weiterentwicklung von Recyclingmöglichkeiten für Plastik immer kleiner werden. Eher im Gegenteil: Müllverbrennungsanlagen haben hohe Investitionskosten und brauchen einen gewissen Durchsatz, um wirtschaftlich zu sein. In Deutschland sind die Kapazitäten in den Verbrennungsanlagen groß und es wird immer noch zugebaut. Darum gibt es tatsächlich das Problem, dass ‚zu wenig‘ Restmüll vorhanden ist. Es wird sogar Restmüll aus dem Ausland importiert. Dabe sind Verbrennungsanlagen wahre Ressourcenvernichter: Müllberge kann man später wieder anzapfen und darin nach Rohstoffen suchen. Was verbrannt ist, ist aber weg.

      Es lohnt sich also auf jeden Fall, mal nachzufragen, wie der Gelbe Sack/ die Wertstofftonne etc. in der eigenen Kommune gehandhabt wird. Die Recyclingmöglichkeiten unterscheiden sich auch, je nachdem welche Anlagen die Entsorgungsunternehmen bei sich rumstehen haben.

      Liebe Grüße,
      Marisa

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    2. PS: Dein Freund hat übrigens Recht, wenn er meint, dass es viel effizientere Sortieranlagen gibt wie den Menschen. Aber die gibts nur in der Theorie und soweit ich weiß, ein, zwei mal in Deutschland. Sie sind eben teuer und der Müll wird sowieso getrennt gesammelt.
      Es lohnt sich daher auf jeden Fall zu trennen, denn ungetrennter Müll wandert direkt als Restmüll auf die Müllkippe oder in die Verbrennung, wenn man nicht gerade in den wenigen Bezirken lebt, die diese modernen Sortieranlangen haben.

      So, genug geklugscheißert :). Habe mich viel mit der Thematik beschäftigt und das musste jetzt alles mal raus. Hoffe, es war was Interessantes dabei.

      Liebe Grüße, Marisa

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    1. Hallo Jandra,
      das freut mich riesig! Solche Kommentare gehen mir ja immer runter wie Butter 😉
      Wenn du irgendwelche Anregungen, Ideen oder „Lieblingsthemen“ hast, lass es mich gerne wissen!

      Viele liebe Grüße,
      Pip

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  2. Ja das mit dem Müll und der trennug ist schon so ein Kapitel. Bei uns stehen 4 Tonnen im Hof. Biotonne, Restmülltonne und Papiertonne und Gelbersacktonne .Dazu kommt 1x im monat ein Sondermüllauto.
    Ich habe noch einen Kompost auf dem ich Fast den gesamten Biomüll mache. Aber ich habe lieder eine Familie die nicht so mit zieht. Teenager sin Müllproduzenten. Leider.
    Aber mir ist es oft Peinlich wenn ich Pfandsachen einpacke und sie weg bringe, die so rumliegen. Das mit den Joghurtgläser könnte auch ich sein.
    LG Marion

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    1. Hallo Marion,
      ja, das kann ich mir vorstellen, dass Teenager gerade auch in Sachen Mülltrennung schwierig sein können („Hach, Mama, bist du wieder peinlich mit deinem ganzen Öko-Zeug!“ hm… ich erinnere mich… 😀 ). Ich denke, manchmal kann man ihnen in dieser Phase einfach keinen bestimmten Lebensstil aufzwingen, sondern lediglich vorleben (und dabei in Kauf nehmen, mal wieder meeega peinlich zu sein…), vielleicht bleibt auf die lange Sicht ja doch was hängen 😉

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  3. Es gibt noch ein Argument zum Müll-in-den-gelben-Sack-sortieren: Für die Verpackungen ist die Entsorgung beim Kauf bezahlt, für den Restmüll zahlt man Müllabfuhrgebühren – unabhängig von der späteren (Nicht-)verwertung. Hat natürlich leider nur einen Effekt, wenn man seine eigene Mülltonne (vor dem Eigenheim) stehen hat… ich zahl auch die Restmüllentsorgung von vielen Nachbarn mit :(.
    Es gibt aber auch Müllcontainer für Mietshäuser, bei denen über irgendeinen Magnetschlüssel der eingeworfene Restmüll gemessen und die Menge dem einzelnen Mieter zugeordnet werden kann. Aber auch da sind die zu bezahlenden Mindestmengen ziemlich hoch angesetzt, jedenfalls für restmüllvermeidende Ökotussis wie mich 😉
    Liebe Grüße aus dem Norden!

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  4. Hallo Pip,
    das mit dem Verbrennen statt Recyclen stimmt leider doch teilweise … . Wenn zum Beispiel an dem Joghurt- oder Quarkbecher noch die Alufolie dranhängt, dann sortiert die Anlage den Becher komplett aus und er wandert in die thermische Verwertung. Und davon sind selbst moderne Anlagen betroffen. Die Anlagen können zwar viel, aber zaubern können sie leider auch nicht. Ich habe erst kürzlich wieder einen Bericht darüber gesehen. Das kommt also davon, wenn sogenannte „Fremdstoffe“ am Plastik hängen. Bei den neuen Butterdosen, die mit Pappe ummantelt sind, wird es auch so laufen. Denn die Pappe macht ja auch kaum einer ab. Mischplastik, zum Beispiel Nachfüllbeutel von Flüssigseife oder Chipstüten, werden in der Regel auch eher thermisch verwertet, weil die Trennung der einzelnen Komponenten zu aufwändig ist. Und da viele Verwerter ihren Müll im Freien anstatt in geschützten Hallen lagern, pappen zum Beispiel falsch einsortiertes Papier und Plastik duch den Regen so zusammen, dass es dann wieder zu Problemen bei der Sortierung der „Wertstoffe“ kommt bzw. die Verwertung des Materials schwieriger und kostenintensiver wird, weil es einfach zu nass geworden ist. Da ist die thermische Verwertung dann wieder einfacher und kostengünstiger … .
    Ist schon verzwickt – Verbesserungspotenzial gibt es auf jeden Fall.

    Wir vermeiden bei uns Zuhause schon sehr viel Müll und trennen alles andere so gewissenhaft wie nur irgendwie möglich. Fazit: die Restmülltonne ist kurz vorm Verhungern … – wir sind jetzt aktuell bei ca. 30 Litern in drei Wochen für drei Personen, also 1/4-Tonne. Noch vor etwas über einem Jahr war das Teil nach drei Wochen rappelvoll. Und auch der gelbe Sack wird zunehmend leerer. Aber eigentlich lohnt sich das Müllsparen für uns nicht wirklich. Bei unserem örtlichen Entsorger ist das so: Eine kleinere 60 Liter-Tonne kostet gerade einmal 7,80 Euro weniger im Jahr und eine 80 Liter-Tonne gerade einmal 5,40 Euro weniger. Dafür dürfen wir ab Februar/März 2,85 Euro im Monat zusätzlich – also 34,20 Euro im Jahr – mehr bezahlen, weil ab dann unser Nachwuchs als zusätzliche zahlungspflichtige Person zu Buche schlägt. Und das finde ich total unfair. Was hat die Personenzahl mit dem anfallenden Müll zu tun? NICHTS! Jedenfalls nicht zwingend … . Zwei Personen dürfen also genausoviel oder mehr Müll produzieren und werden dafür noch belohnt, während wir dafür so massiv bestraft werden, dass wir zwei Personen mehr im Haushalt sind (zwei Personen mehr = 68,40 Euro mehr Müllkosten bei gleicher Tonnengröße)? Diese Ungerechtigkeit verstehe ich nicht. Müßte nicht vielmehr das Verursacherprinzip gelten oder die Größe der Mülltonne relevant sein? Bei einem Arbeitskollegen geht es zwar auch nach Personenzahl – da fallen aber NUR 1,27 Euro je Person im Monat an (1,58 Euro pro Nase weniger als in unserem Landkreis, das wären bei vier Personen knapp 76 ,- Euro im Jahr weniger)- und nach Tonnengröße … aber auch nach Gewicht (jedes Kilogramm Müll kostet o,12 Euro). Das finde ich schon eher angemessen, weil bei diesem Prinzip viel eher ein Anreiz zum Müllsparen vorhanden ist und die Kosten für die Personenzahl sehr viel weniger ins Gewicht fallen. Ganz ohne Berücksichtigung der Personenzahl wäre es natürlich noch besser – also nur die Tonnengröße und das Müllgewicht gerechnet. Aber das ist meine Meinung … .
    Ich glaube, ich muß da noch einmal an die BDG schreiben – auch, wenn das fast aussichtslos erscheint. Aber das läßt mir irgendwie trotzdem keine Ruhe … .
    Über dieses Thema kann man wohl ewig reden, schreiben und diskutieren … .
    Liebe Grüße,
    Yvonne

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  5. Hallo Pip,

    Du bist nach Rosenheim gezogen! Das ist ja klasse!!! Ich komme auch aus dem Landkreis und schreibe den Blog Zero Waste Familie. Da habe ich übrigens einige Einkaufsmöglichkeiten in Rosenheim aufgelistet.
    Was das Recyceln von Plastikmüll angeht. Das Plastik von den Inseln wird meist verbrannt, aber im ganzen Landkreis gibt es die Wertstoffhöfe. Die teilen den Plastik in diverse Arten auf, PP, PE etc. Die Mitarbeiter achten darauf, dass es möglichst sortenrein bleibt, damit es downgecycelt wird. Daraus enstehen dann z.B. Parkbänke, Blumentöpfe, etc.
    Käse bekommst du offen übrigens beim Käseladen am Kreisel zur Innstraße/Königsstraße, falls du in der Innenstadt wohnst. Wenn du Lust hast, kannst du dich gerne melden, denn in Rosenheim weiß ich viele Ecken, da mein Mann da arbeitet.
    Alles Gute und eine schöne Vorweihnachtszeit!
    Steffi

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