Geschenke vom Bücher-Johann: Last minute Alternativen zu Amazon

Ihr Lieben,

ich kann es kaum glauben, dass in noch nicht mal einer Woche schon Weihnachten ist! Die letzten Wochen vergingen wie im Flug, in der Schule standen neben den Klausuren, die meine Schüler zu schreiben hatten, auch Prüfungen für mich auf der Tagesordnung (gut überstanden, yes!!) und so kommt es, dass sich bei mir bisher nur sehr wenig Adventsstimmung breit gemacht hat, von Besinnlichkeit in der staaden Zeit mal ganz zu schweigen.

Daher bin ich, wie ihr euch vielleicht denken könnt, auch mit den Geschenken ein bisschen in Verzug und muss sehen, wie ich die Zeitknappheit nun mit meinen Ansprüchen an die Qualität und Herkunft der Dinge, die ich meinen Lieben dieses Jahr überreichen möchte, in Einklang bringen kann. Möglicherweise geht es dem einen oder der anderen unter euch ja ähnlich, daher dachte ich mir, ich stelle hier ein paar Möglichkeiten vor, die mir bisher über den Weg gelaufen sind:

1. „Vintage“ schenken

Das englische Wort „vintage“ bedeutet so viel wie „Jahrgang“ oder „Weinlese“, wird aber häufig als Synonym für „gebraucht“ verwendet, v.a. wenn es sich um höherwertige Produkte, Sammlerstücke oder sehr gut Erhaltenes handelt. Im Deutschen würde man wohl am ehesten von einer „Auslese“ oder „ausgewählten Stücken“ sprechen, die eben nicht in 08/15-Läden neu von der Stange gekauft werden können. Meine Befürwortung, gebrauchte Gegenstände zu kaufen statt neuen, habe ich auf diesem Blog ja schon mehrfach ausgedrückt, also warum sollte sich dieser Gedanke nicht auch auf Geschenke erstrecken? Das Problem: Gerade weil die Dinge eben nicht (mehr) in hundertfacher Ausfertigung in jedem Laden zu haben sind, findet man oft nicht auf Anhieb das, was man sucht, und braucht etwas Geduld und Hartnäckigkeit, bis man ein wirkliches Schätzchen findet. Wenn man, so wie ich gerade, auf den letzten Drücker dran ist, braucht man also vor allem Glück, auf diesem Wege geeignete Weihnachtsgeschenke zu finden, aber einen Versuch ist es allemal wert: Second-Hand-Läden gibt es mittlerweile in jeder Stadt und auch ebay, rebuy und Co sind immer gute Anlaufstellen.

2. Spielsachen und Dekoartikel von Behindertenwerkstätten

Wer Kinder zu beschenken hat oder jemanden, der handgefertigte Dekoartikel oder Einrichtungsgegenstände mag, wird möglicherweise in den Läden der Caritas oder ähnlicher Initiativen fündig, die Produkte aus Behindertenwerkstätten (blödes Wort, wenn man darüber nachdenkt) verkaufen. In diesen Werkstätten werden Menschen, die auf dem „normalen“ Arbeitsmarkt nicht unterkommen können, beschäftigt und gefördert, sie stellen viele wunderschöne und kreative Dinge, beispielsweise aus Holz oder Metall, her.

3. Weltläden

In vielen Städten gibt es mittlerweile die sogenannten Weltläden, die sich auf fair gehandelte Produkte aus aller Welt spezialisiert haben. Je nach Größe des Ladens und Engagement der Betreiber geht das Angebot oft weit über die Klischee-Schokolade hinaus: Von Kleidung, Leder-, Filz- und Stofftaschen, Musikintrumenten, Schmuck, Geschirr, CDs bis hin zu mancher Leckerei reicht die Palette, die man dort findet und viele der Stücke sind absolute Unikate von hoher Kunstfertigkeit.

4. Fahrradkurrierdienste

Dieser Vorschlag ist in einer Liste wie dieser möglicherweise etwas ungewöhnlich, aber ich finde die Idee so klasse, dass ich ihn unbedingt aufnehmen wollte: Vielleicht ist euch das Banner über diesem Blogpost aufgefallen: Es stammt von Bücher Johann, einem Buchladen hier in Rosenheim, der sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat und einen Fahrradlieferservice anbietet: Genau wie bei Amazon kann man dort Bücher versandkostenfrei bestellen und erhält sie am nächsten, bei Bestellungen nach 15 Uhr am übernächsten Tag vor die Haustür geliefert. Nur eben nicht per Post, sondern mit dem Fahrrad! Das ist nicht nur eine umweltfreundliche Bestellweise, wenn man nicht mehr rechtzeitig dazu kommt, selbst in einem Buchladen vorbei zu sehen, sondern auch eine tolle Möglichkeit, ein lokal ansässiges und umweltbewusst wirtschaftendes Unternehmen gegenüber den Großkonzernen wie Amazon, Thalia und Co. zu fördern. Der Nachteil: Dieser Lieferservice erstreckt sich nur über das Stadtgebiet Rosenheim. Aber vielleicht gibt es ja ähnliche Angebote in eurer Nähe?

5. Nachhaltige Onlineshops

Last, but not least, kann man natürlich auch noch im Internet bestellen, wenn man auf der Suche nach umwelt- und sozialverträglichen Geschenken ist. Eine recht bekannte Möglichkeit ist hierbei der avocadostore, einer Bestellplattform, die „grüne“ und faire Produkte von Drittanbietern versammelt. Speziell für Bücher hat Utopia hier einmal eine Übersicht für Amazon-Alternativen zusammengestellt und erläutert, für nachhaltige Mode ebenfalls hier. Nicht vergessen: Beim Bestellvorgang eine Nachricht hinzufügen, dass die Waren bitte plastikfrei und möglichst materialarm verpackt werden sollen!

Vielleicht hat diese Liste ja jemanden von euch inspiriert! Ich jedenfalls bin guter Dinge, dass ich meine sieben Sachen bis zum Heiligen Abend noch zusammenbekomme – natürlich hübsch, aber nachhaltig verpackt, wie ich es letztes Jahr schon getan habe.

Habt ihr noch weitere Ideen, die diese Liste ergänzen könnten? Dann schreibt sie mir doch bitte in die Kommentare!

Vielen lieben Dank und viele Grüße,
eure Pip

P.S.: Von keinem der Shops, die ich in diesem Beitag erwähne, wurde ich in irgendeiner Weise bezahlt oder unterstützt! Meine Meinung beruht rein auf eigener Erfahrung!


Diesen Beitrag reiche ich bei der EiNaB-Blogparade ein!

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3 Gedanken zu „Geschenke vom Bücher-Johann: Last minute Alternativen zu Amazon

  1. Ein toller und wichtiger Artikel! Ja, Nachhaltigkeit sollte auch „unter dem Weihnachtsbaum“ stattfinden. Es gibt so viele Möglichkeiten und nachhaltige Alternativen zu Amazon & Co. Avocadostore kenne und liebe ich – es ist nicht nur zu Weihnachten eine tolle Alternative. Aber auch ecobookstore zum Beispiel, oder Fairmondo.
    Aber mal von den Geschenken abgesehen: Auch zu Geschenkpapier gibt es Alternativen, das in gewaltigen Mengen jedes Jahr nur für kurze Zeit verwendet wird, um dann im Müll zu landen. Entweder man verzichtet ganz auf die Verpackung. Oder man nutzt z.B. Zeitungspapier. Das kann sehr schön aussehen, wenn man sich die richtigen Seiten aussucht (z.B. Weihnachts-Sonderseiten mit Bildern vom Weihnachtsmarkt, von Sternen, Kirchen und Engeln.)
    Liebe Grüße und uns allen ein friedliches und nachhaltiges Weihnachtsfest!

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  2. Ich mache es mir sehr leicht und verabrede mit fast jedem, dass wir uns nichts schenken (auch zum Geburtstag). Zum Geburtstag gibt es manchmal einen Kuchen als Geschenk und zu Weihnachten selbstgemachte (Foto)Kalender für die Eltern, das wars.
    Wenn es doch mal Geschenke geben soll, kaufe ich nur Secondhand und bitte auch meistens darum, dass mir nur Secondhand geschenkt werden möge.

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  3. Hallo Pip!

    Das mit der Fahrradlieferung vom Buchladen ist sehr interessant. Vielleicht wäre das ein Konzept um die kleinen Buchläden doch noch vor dem Aussterben zu retten.

    Selbst habe ich wieder selbst Gemachtes, Essbares und im Kostnixladen Gefundenes verschenkt. Das mache ich nun schon seit mehreren Jahren und das hat sich sehr gut bewährt.

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

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