Die Dosis macht das Öl

Hallo, ihr Lieben!

Da ich immer wieder Fragen zur Zero-Waste-Kosmetik von euch bekomme, dachte ich mir, ich schreib da in nächster Zeit mal das eine oder andere drüber 😉

Zunächst: Warum ist es sinnvoll, auch bei der Kosmetik genauer auf die Verpackung zu schauen?

Nun, zum Einen deshalb, weil die ganzen Tübchen, Döschen und Tiegelchen nebst Abschminkpads, Wattebauschen und Feuchttüchern, die sich in so manchem Bad anhäufen, nach den Lebensmittelverpackungen wohl in sehr vielen Haushalten die zweitgrößten Müllursache darstellen. Zum Anderen, weil in den allerallerallermeisten dieser Produkte Zutaten enthalten sind, die dem Ottonormalverbraucher völig unbekannt  und häufig sogar alles andere als unbedenklich sind. Wer da mal genauer recherchieren will, dem seien Apps wie z.B. Codecheck empfohlen, mit denen man den Strichcode auf der Verpackung einscannt und dann alle Zutaten, die in irgendeiner Weise auffällig sind (sei es, dass sie gesundheits-, sozial- oder umweltschädlich sind oder sein können), aufgelistet und erläutert bekommt.

Öl 2
Hat eh jeder zuhause und ist auch noch günstig: Salatöl

Daher versuche ich, immer mehr meiner Kosmetikprodukte, die ich früher sehr sorglos verwendet habe, entweder ganz zu vermeiden (statt Gesichtswaschgel, Handwaschlotion und Duschgel gibt’s bei mir z.B. einfach nur noch ne Seife und fertig) oder selber zu machen, sodass ich genau weiß, was drin ist. Meistens sind diese Pflegemittelchen dann sogar essbar – wenn auch nicht immer genießbar (Haferflocken plus Kokosöl ergibt ein tolles Peeling, schmeckt aber grauenhaft. Ehrlich).

Aus diesem Grund habe ich seit einer ganzen Weile auch meine Nachtcreme und meine Bodylotion, nachdem ich das Zeug eeeendlich mal aufgebraucht hatte, durch einfaches Speiseöl ersetzt: Das besteht aus genau einer einzigen Zutat, kostet einen Bruchteil der herkömmlichen Kosmetik, ist unparfumiert, ohne Silikone, Parabene, Konservierungsstoffe und sonstigen Krampf, der auf den Cremetiegeln immer als „frei von“ angepriesen wird, und pflegt meine Haut ganz wunderbar.

Öl 1
Macht auch optisch viel mehr her als ne Cremetube aus Plastik, oder?

Die Kunst dabei ist jedoch, das Öl richtig zu dosieren, denn man erwischt schnell mal zu viel davon, was dann zur Folge hat, dass das Gesicht den lieben langen Tag speckig vor sich hin glitscht. Um das zu vermeiden, habe ich mir eine kleine Menge in ein Glasfläschchen mit Pipette gefüllt (gibts z.B. in der Apotheke, 50 ml sind mehr als groß genug). So kann ich mir genau die vier Tropfen abmessen, die ich benötige, um mein Gesicht zu pflegen, und muss nicht umständlich mit der riesengroßen Ausgusstülle der normalen Salatölflasche herumhantieren, aus der immer gleich ein ganzer Schwall Öl auf einmal herauskommt. Außerdem brauche ich dann nicht immer zum Eincremen vom Bad in die Küche rennen, aber das nur am Rande 😉

Am liebsten verwende ich dazu einfaches Sonnenblumenöl, achte dabei allerdings auf hochwertige, kaltgepresste Bioqualität. Es riecht nach fast nix, und selbst das bisschen Duft verfliegt innerhalb weniger Minuten. Außerdem eignet es sich für normale sowie fettige Haut und Mischhaut. Alternativ ginge dafür z.B. auch Distel- oder Traubenkernöl. Wer eher trockene oder reife Haut hat, kann dagegen Argan-, Kokos-, Oliven- oder Rapsöl probieren. Aprikosenkern- und Mandelöl sind für alle Hauttypen geeignet, ebenso Sheabutter und auch Jojobaöl, welches aber eigentlich ein flüssiges Wachs ist.

Das Öl verwende ich abends zur Gesichtspflege und nach dem Duschen statt einer Bodylotion. Nicht bewährt hat es sich dagegen als Makeup-Grundlage, da die meisten Makeups – auch die wasserfesten – leider öllöslich sind. Das bedeutet zwar, dass das Öl sich auch wunderbar zum Abschminken eignet. Wenn man es jedoch vor dem Schminken aufträgt, verrutscht die ganze Farbenpracht innerhalb kürzester Zeit übers gesamte Gesicht und man läuft Gefahr, mit einem Waschbären oder einem Panzerknacker verwechselt zu werden… 😦 Da ich morgens mein Gesicht aber in letzter Zeit eh nur noch mit klarem Wasser wasche und somit die Haut nicht entfettet wird, brauche ich um diese Uhrzeit eigentlich keine Feuchtigkeitspflege mehr.

Fazit: Cremetuben und Makeup-Entferner adé! Ab jetzt kommt meine Pflege aus dem Gewürzregal! Aber nicht mit dem Essig verwechseln, gell!? Stinkt und brennt nämlich sonst auf der Haut…

Viele liebe Grüße,
eure Pip


Diesen Blogeintrag reiche ich auch bei der EiNaB-Blogparade ein!

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4 Gedanken zu „Die Dosis macht das Öl

  1. Von der Codecheck app hab ich noch nie gehoert aber a pretty cool trick denn ingredients sind ja nicht immer auf Verpackungen gelisted. Auch interessant ist wenn man ne ingredientsliste von kosmetik produkte mal recherchiert um zu sehen in welchen anderen items die vorkommen; for example, some could also be used in tires or toxic cleaning products – fun for the face! Ich nutze auch hauptsaechlich coconut oil fuers Gesicht und hab meine eigene Koerper lotion aus shae butter, coconut oil, und beeswax pellets gemacht.

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  2. Hallo Pip, danke für den Artikel! Als Handcreme hatte ich das schon probiert, für Bodylotion bin ich oft sowieso zu faul (leider, merke es auch…). Im Gesicht habe ich es mich noch nicht so richtig getraut. Man denkt ja dann man bekommt Pickel oder so….vielen Dank auch an die jahrelange Berieselung durch die Werbung….Werde es ausprobieren! 🙂
    LG Birte

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  3. Hallo Pip!

    Sehr interessanter Beitrag und sehr interessant, wie Du es machst. Das mit der Pipette finde ich super!

    Ich gestehe, dass ich bei dem Thema echt faul war. Weil mir die Suche nach einer Alternative nicht wichtig war, habe ich die Gesichtscreme reduziert und mit der Zeit einfach weg gelassen.

    Wie ist das gegangen? Vorher habe ich mir 2 x pro Tag das Gesicht eingecremt, es wäre nicht ohne gegangen! Nun nehme ich gar nichts mehr.

    Das war natürlich ein längerer, schleichender Prozess. Mit der Zeit hat meine Gesichtshaut angefangen sich selbst wieder zu regulieren. Ich denke unsere Ur-Ur-Vorfahren hatten auch keine Gesichtscreme 😉

    Funktioniert bestens und ich bin das Thema los. Wenn man faul ist, dann ist man scheinbar von Haus aus minimalistisch-ökologisch *g*

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB und den guten Gedankenanstoß!

    lg
    Maria

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  4. Hallo Pip,
    danke für die Tipps zwecks Ölwahl. Ich werde es mal mit Olivenöl für die Hände versuchen, weil ich sehr trockene Haut habe. Für Gesichtscreme und Bodylotion war ich schon immer einfach zu faul, sodass ich jetzt eigentlich nur noch Seife (auch für die Haare) verwende… sowie diverse Fettcremes für die Hände und wo es sonst noch trocken wird. Die sind dann natürlich in der Plastiktube. Vielleicht geht Olivenöl ja genauso gut.
    Danke fürs Verlinken auf „einfach. nachhaltig. besser. leben.“ 🙂
    Liebe Grüße,
    Marlene

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