Spontanentscheidung Kaufdiät

Kennt ihr das, wenn  irgendeine Idee, die euch – zunächst nur sehr vage – im Kopf herumschwirrt und vielleicht irgendwann man zu einem fixen Vorsatz werden könnte, dann plötzlich einer ist? So einfach Knall auf Fall, holterdipolter? Ich jedenfalls schon!

Einer meiner absoluten Lieblingsblogs ist ja https://kaufdiaet.wordpress.com/, geschrieben von einer Mama, deren vierköpfige Famlie seit nun schon fast zwei Jahren auf nahezu alle Einkäufe verzichtet: Ausgenommen natürlich alltägliche Verbrauchsgüter wie Lebensmittel und Hygieneartikel, außerdem Schulsachen und Kinderkleidung. Und: ein beliebiger Gegenstand in jedem Monat!

Nur eine Neuanschaffung pro Monat erlaubt!

Die will natürlich wohl überlegt sein, denn ein Monat ist lang! Da kann viel mehr kaputt oder verloren gehen, als man so denkt. Wer also vorschnell das eine „Ding-Guthaben“ für den jeweiligen Monat verbraucht, muss mit seinem Besitz ab diesem Zeitpunkt äußerst sorgsam umgehen, denn Ersatz darf erst wieder im nächsten Monat besorgt werden.

Allerdings zählen Ersatzteile, die bewirken, dass ein defekter Gegenstand repariert werden kann, nicht zum Monatsbudget – schließlich ist es viel sinnvoller, Dinge, die man bereits besitzt, möglichst lange zu nutzen und immer wieder zu reparieren, statt durch etwas Neues zu ersetzen. Das hilft, entsprechende Prioritäten zu setzen…

Wir haben das Wünschen verlernt!

Besonders nachdenklich macht mich an diesem Projekt, wie oft Anschaffungen, die eigentlich durchaus sinnvoll wären und auch sicher genutzt würden, Monat um Monat hinausgeschoben werden, weil immer etwas noch Dringenderes zuerst gekauft werden muss. Da wird dann der längst zerschlissene Wintermantel doch noch zwei Monate lang getragen, bis es im Frühjahr warm genug ist, dass man ohne ihn auskommt, und erst im nächsten Spätherbst ersetzt, nachdem es doch schon eine Weile empfindlich kalt gewesen ist…

Diese Erfahrung, sich etwas wirklich zu wünschen und es aushalten zu müssen, dass dieser Wunsch nicht sofort erfüllt wird, machen wir heutzutage ja im Grunde überhaupt nicht mehr! Viel zu einfach ist jedes noch so beliebige und überflüssige Ding jederzeit erhältlich – rein in den Laden und fertig. Das Sehnen, das Warten, das Sparen – wer von uns hat das denn überhaupt schon einmal ernsthaft tun müssen? Meine Generation sicher nicht mehr! Oh wir Wohlstandskinder!

Plötzlich war er da, der Entschluss…

Wann oder wie genau aus der grundsätzlichen Bewunderung für dieses Projekt, die aber stets aus einiger Distanz heraus erfolgt, dann tatsächlich der ganz handfeste Entschluss entstanden ist, ab jetzt selber auch „Kaufdiät“ zu halten, kann ich gar nicht genau sagen.

Sicher hat dazu mein letzter Blogpost beigetragen, in dem ich schildere, wie unzufrieden ich mit meinem Konsumverhalten und dem damit verbundenen Müllaufkommen der letzten Zeit bin. Und wohl auch das Gespräch im Reli-Seminar, was denn Weihnachten für uns bedeutet. Letztendlich habe ich Anfang dieses Monats recht spontan beschlossen: Ich kauf die kommenden 12 Monate nix mehr – außer 12 Sachen! Und der Dezember gehört bereits dazu!

Schon verballert, bevor es überhaupt los geht

Dummerweise habe ich just einige Tage vorher – auch schon im Dezember! – ein paar Winterstiefel gekauft. Auf die hatte ich schon länger ein Auge geworfen: sie sind hübsch, warm, passen gut, bestehen aus echtem Leder und können zu vielen Anlässen getragen werden. An sich also ein ziemlich guter Kauf – wenn ich für all diese Anlässe nicht schon andere Schuhe gehabt hätte…

Handschuhe wären aber auch ganz schön!

Nunja, jetzt muss ich also damit leben, dass der Dezemberkauf schon weg ist. Ich trage die Schuhe fast täglich und freue mich daran, habe aber letzten Freitag meine Handschuhe verloren -.- Wohl zum Bezahlen im Taxi ausgezogen und dann liegen lassen. Tja, da hilft nur eins: Das alte, fusselige Paar Fingerhandschuhe von ganz unten im Schrank wieder hervorkramen und ein neues Paar auf die Wunschliste für den Januar schreiben. Und vorsichtig versuchen, das viele Pilling mit dem Rasierhobel zu entfernen, ohne dabei die Handschuhe zu ruinieren! Damit sie wieder öffentlichkeitstauglich werden… Wer weiß, vielleicht stelle ich ja bis zum Januar fest, dass es die alten noch wunderbar tun, und kaufe etwas ganz anderes…

Weihnachtsgeschenke für Andere nehme ich übrigens von der Kaufdiät aus – dafür mache ich viel zu gerne lieben Menschen eine Freude! Außerdem unterliegen mein Geschenke ja bereits einigen strengen Auswahlkriterien.

Könntet ihr euch vorstellen, eine ähnliche „Kaufdiät“ zu machen? Oder habt ihr vielleicht ganz andere Strategien, den Überblick über eure Einkäufe zu behalten? Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen, auf regen Austausch bin ich gespannt!

Viele Grüße,
eure Pip


Diesen Blogbeitrag reiche ich bei der EiNaB-Blogparade ein!

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15 Gedanken zu „Spontanentscheidung Kaufdiät

  1. Hallo Pip!

    Dein Fazit gefällt mir ja sehr gut – die Sache mit dem Wünsche verlernt. Das ist nämlich wirklich so. Mein Leben hat sich total verändert, seitdem ich in Konsumruhe lebe (Herbst 2013) und nur noch gebrauchte Sachen – vordringlich geschenkte Dinge – neu „anschaffe“.

    Beispiel gefällig? Seit letztem Winter bin ich auf der Suche nach einer warmen Winterhose. Irgendwie kein Glück gehabt im Kostnixladen also weiter die Augen offen gehalten. Vor 2 Wochen nun habe ich eine gefunden. Passt genau und gefällt mir voll gut. Was für eine Freude! Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals über ein Kleidungsstück so gefreut zu haben, das ich in einem Geschäft gekauft habe.

    Wenn man auf etwas wartet und dann findet, bekommt das Teil plötzlich viel mehr Wert!

    Genau so ging es mir mit dem Brottopf, auf den ich sicher deutlich mehr als ein halbes Jahr gewartet hatte. Plötzlich war er da und ich habe so eine Freude damit, noch heute (2 Jahre später).

    Es ist in meine Augen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität verbunden mit der Konsumruhe. Also nicht nur, dass man es sich spart in Geschäfte zu laufen, das ist auch ein wichtiger Punkt in meinen Augen 😉

    Viel Freude mit Deinem Experiment!

    lg
    Maria

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  2. Hallo Pip,
    das ist wirklich ein interessantes Projekt und ich bin gespannt wie es dir damit ergehen wird. Ich hab mich grade gefragt, ob das nicht auch etwas für mich wäre; weil irgendwie habe ich ja auch alles (und davon noch zuviel), aber irgendwie habe ich „schiss“ davor? Was wenn… aber eigentlich, warum nicht… mal schauen, wie ich das mit mir ausdiskutiere. Danke für das Saatkorn in meinem Kopf 🙂
    viele Grüße,
    bine*

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    1. Hallo Bine,
      ja, das kenn ich: dieses Gefühl, dass das ja eigentlich schon toll ist, aber für einen selber irgendwie doch ein bisschen arg extrem… 😉
      Ich hab ja bestimmt zwei Jahre lang den Blog gelesen, aber erst jetzt wirklich ernsthaft darüber nachgedacht, selber eine „Kaufdiät“ zu machen. Und ich weiß ja auch noch gar nicht, ob ich durchhalte ^^
      Aber ich denke, dass mir solche klar definierten Regeln (nur eine Anschaffung im Monat) es sicher leichter machen werden, den Überblick zu behalten. Letzten Endes bin ich es ja selbst, die sich die Regeln vorgibt – ich muss nur aufpassen, dass ich mich auf die Dauer nicht selber beschei** und mir ständig irgendwelche Ausreden einfallen lasse, warum ich irgendwas doch kaufen „muss“.
      Viele Grüße und ein gutes Gefühl auf deinem eigenen Weg!
      Pip

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      1. Hallo Pip,

        Ich weiß noch nicht wie ich es angehen werde, und wahrscheinlich wird es kein krasses nur ein Teil pro Monat werden, aber ich habe mir vorgenommen und jetzt auch schon/erst eine knappe Woche durchgezogen, dass ich erst mal die Resourcen nutzen möchte, die ich eh schon Zuhause habe. Zum Beispiel bastel, näh und werkel ich wahnsinnig gerne und habe genug Projekte fürs nächste Jahr (und vielleicht das danach) aber dennoch kommt ständig neuer Bastel-/Nähkram dazu, weil ich irgendwo irgendwas gesehen habe und doch eigentlich gar nicht die Zeit habe alles zu verarbeiten…
        Das gleiche gilt für meine Vorräte in der Küche – da hab ich einfach zu viel. Und deshalb will ich jetzt erst mal aufbrauchen. Nachgekauft werden erst mal nur Milch und Kaffeebohnen und zu essen gibt’s was Vorratsregal und Gefrierfach so hergeben – mal schauen wie weit ich damit komme.
        Wie ist es dir jetzt nach einer Woche ergangen? Bist du schon in die Bredouille geraten etwas kaufen zu wollen?
        Viele Grüße und einen schönen Montag,
        bine

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        1. Hallo Bine!
          Einmal bin ich tatsächlich der Versuchung erlegen: Frustriert von einer etwas missglückten Deutschstunde bin ich nach der Schule ins Postamt, ein paar Weihnachtspäckchen aufgeben. Und dann lagen da diese Weihnachtspostkarten von Unixef aus, mit Motiven von Petterson und Findus drauf! Oh Gott! Petterson und Findus! Kann man mir da überhaupt Vorwürfe machen??
          Ja, kann man. Denn gebraucht hätt ich die wirklich nicht! Ein klassischer Seelentrösterkauf… Ich denke, das Nicht-Kaufen muss man wohl echt auch erstmal üben. 🤔

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  3. Liebe Pip,
    das ist DIE Idee! Wie oft fahren wir zum Ikea und holen uns Sachen, die wir SO DRINGEND brauchen? Und im Anschluss steht die Tüte noch einen Monat unter der Treppe, weil gerade einfach keine Zeit da ist, um dieses Wichtige auszuprobieren, aufzubauen, einzuräumen…
    Mal sehen, was mein Mann dazu sagt – der könnte das als Probe-Lauf definitiv auch gebrauchen…
    Viele Grüße,
    Izabella

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  4. Wie motivierend! Danke für deinen Beitrag! Eine sehr gute Idee 🙂
    Ich habe mir eigentlich vorgenommen, nur etwas Neues zu kaufen, wenn etwas Altes (möglichst Äquivalentes) meinen Besitz verlässt. Das habe ich aber nur sehr lasch verfolgt.
    Als ich deinen Beitrag grad las, dachte ich: „Schaff ich, ich kaufe mir ja eigentlich nie was.“ Doch habe ich mir diesen Monat schon mehr als einen Gegenstand gekauft und das zeigt mir, dass ich es gar nicht so bewusst wahrnehme. Das Projekt motiviert mich auf jeden Fall, meine Regel wieder besser zu verfolgen und meine Strumpfhose doch zu stopfen, statt eine neue zu kaufen 🙂

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  5. Liebe Pip, ich spiele auch schon lange mit dem Gedanken. Dein Post ist jetzt der Stein des Anstoßes! Ich mache ab Januar mit und versuche mich an deinen Regeln, wobei ich Wolle ausschließe, daraus stricke ich fast alle Geschenke für „neue“ Nichten\Neffen und Freunde. Darauf würde ich auch nicht verzichten wollen.
    Liebe Grüße, bin auf unsere Erfahrungen gespannt!

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  6. Hallo Pip,
    wie schön, dass wir dich inspirieren konnten! Wie du ja aus unserem Blog weißt, finden sich meist doch noch irgendwelche spannenden Lösungen „im Bestand“: Wie gut, dass du die alten Handschuhe nicht ausgemistet hattest! Ich freue mich schon sehr auf die Geschichten von Deinen Erfahrungen! Viele Grüße und viel Erfolg!
    Martina von der Familie auf Kaufdiät

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    1. Hey Martina!
      Ich muss gestehen, ich brauche wohl noch ein bisschen, bis ich mich tatsächlich in die Diät eingefunden habe… Im Dezember hatte ich tatsächlich einen Frustkauf… Aber ich arbeite dran und jetzt im Januar habe ich immerhin schon die erste Monatshälfte mit nur einem Einkauf überstanden! Yes!

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  7. Ich glaube, so gut werde ich nie, dass ich nur 12 Dinge in 12 Monaten schaffe.
    Aber ich werde ab jetzt erst mal Buch führen, was so bei uns gekauft wird. Wenn man das so schwarz auf weiß vor sich sieht, reißt man sich auch noch eher mal zusammen. In Sachen Kleidung bin ich inzwischen schon sehr zurückhaltend, vor allem, weil genug da ist, von dem man zehren kann. Abgesehen davon stricke ich selber (genug Wollvorrat ist erst mal da, so dass nichts Neues dazukommen muß) und kann auf diese Weise meine Lust auf ein neues Kleidungsstück befriedigen, ohne daß ich der Modeindustrie Geld in den Rachen werfen muß. Auf die Dauer wird nur Unterwäsche schwierig, weil das das Einzige ist, was ich a) nicht selbermachen kann und b) nicht gebraucht kaufen will.
    Mein Verhängnis sind allerdings Bücher, und dann eben die, die man halt nicht in der Bibliothek bekommt.

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    1. Ich glaube, ich auch nicht 😀 Gleich im Dezember ist mir ein Fehltritt passiert, also werden es wohl schon mal mindestens 13 DInge… Aber ich bin echt erstaunt, wie gut der Gedanke „Ist das jetzt wirklich so wichtig, dass es dein Ding für diesen Monat werden darf?“ mich vom Kaufen abhält.
      Eine Zeit lang habe ich versucht, die „one in, one out“-Regel zu befolgen, aber dabei hab ich immer viel zu viele Ausreden gesucht, warum ich unbedingt irgendwas ersetzen muss. Daher fällt es mir leichter, solche „strengen“ Regeln zu befolgen.

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