Kaufdiät – Runde #1

Über anderthalb Monate ist es nun her, dass ich meine Kaufdiät nach diesem Vorbild ins Leben gerufen habe: Außer Verbrauchsgütern wie Lebensmittel, Zahnpasta u.ä. und Schulzeug ist nur ein einziger Gegenstand „nur für mich“ pro Monat erlaubt. Genauer gesagt werden es nächsten Dienstag sogar schon zwei Monate! Höchste Zeit also, euch einen kurzen Zwischenstandsbericht zu geben und ein bisschen zu reflektieren…

Wie lief’s bisher?
Meine neuen Winter-„Barfußschuhe“ werden heiß geliebt und fast täglich getragen!

Ganz gut eigentlich. Zwar nicht superduper – je nach Zählweise ist mir mindestens ein spontaner Fehltritt passiert – aber für den Anfang bin ich eigentlich ganz zufrieden.

Ich habe letztes Mal ja schon erzählt, dass ich erst nach dem Monatsanfang im Dezember beschlossen habe, Kaufdiät zu halten und infolgedessen mein Dezember-Ding gemäß meinen selbst auferlegten Regeln gleich von Anfang an schon vergeben war.

Völlig unnötiger Frustkauf: Weihnachtspostkarten

Leider ist mir kurz vor den Weihnachtsferien dann noch ein ziemlich dummer Frustkauf passiert: Nachdem ich eine Doppelstunde für meine achte Klasse ziemlich aufwendig vorbereitet hatte und echt überzeugt davon war, dass sie gut laufen würde, haben mir meine Schülerlein die Sache  gründlich verdorben, weil sie überhaupt nicht mitgemacht haben. Dabei kann ich ihnen noch nicht mal  große Vorwürfe machen. An Tagen, an denen in anderen Fächern Schulaufgaben geschrieben werden, sind sie halt einfach zu nix zu gebrauchen. Trotzdem war ich hinterher recht enttäuscht und als ich nach Unterrichtsschluss noch auf die Post gegangen bin, um ein Weihnachtspäckchen aufzugeben (Geschenke für andere fallen ja nicht unter die Kaufdiätregeln), lagen da die jährlichen Weihnachtspostkarten-Sets von Unicef aus – dieses Mal mit Petterson-und-Findus-Motiven… Ich meine, hallo? Da kann man mir doch wirklich keinen Vorwurf machen, oder? Petterson und Findus!!!
Doch, kann man. Denn ich brauche einfach keine Weihnachtspostkarten. Das Päckchen liegt seither ur rum. Ein klassischer Fall von Frustshopping… Also falls jemand von euch jetzt im Januar noch Petterson-und-Findus-Weihnachtskarten bekommen will: Meldet euch! Ich schick sie euch mit ganz lieben Grüßen drin! 😉

Weihnachtsgeschenke zählen nicht zur Kaufdiät!

Dann kam ja Weihnachten und Geschenke anzunehmen fällt ebenfalls nicht unter die Kaufdiätregeln. Interessanterweise scheint das Christkindl meinen Blog zu lesen, denn es hat mir glatt ein Paar Handschuhe gebracht 😀 Außerdem ein Buch und eine kleine Vase, die aussieht wie ein Reagenzglas (für die ich bisher noch keine Verwendung gefunden habe, aber man weiß ja nie).

Ohne Kalender geht’s einfach nicht!

Für Sylvester habe ich dann vom Christkindlgeld einen Raclettegrill mit vier Pfännchen gekauft. Der wird zwar kaum öfter als zwei, dreimal im Jahr zum Einsatz kommen, aber das hoffentlich über viele Jahre. Außerdem habe  ich  mich bewusst für Raclette entschieden und damit gegen Fondue und ähnliche Kochgeräte. Das gibt es dann eben nur zu Besuch bei anderen Leuten oder ich muss es mir ausleihen. Es braucht ja wirklich nicht jeder alles haben. Da ich den Grill vom Geschenkegeld gekauft habe, zähle ich ihn großzügig als Weihnachtsgeschenk…

Denn das Januar-Ding wurde schließlich ein Kalender für meine Tagesplanung. Zwar habe ich zwei Wochen lang meine To-Do-Listen auf einzelne Zettel geschrieben, die ich noch zuhause hatte, aber diese Lose-Blatt-Sammlung hat mich tierisch genervt und war so unübersichtlich, dass ich kaum den Überblick behalten habe, was ich erledigt habe und was für den nächsten Tag übernommen werden muss. Daher habe ich meinen Monatskauf eben darauf verwandt und habe es seither nicht bereut.

Wie ging es mir damit?

Ebenfalls erstaunlich gut. Bis auf den einen schwachen Moment auf der Post ist es mir nicht schwer gefallen, durchzuhalten. Zwei oder dreimal hatte ich tatsächlich schon irgendwas in den Händen, das ich gerne gekauft hätte, aber der Gedanke an die Kaufdiät („Ist das jetzt wirklich so wichtig, dass es mein Monatsding werden darf?“) hat mich immer ohne Zögern dazu gebracht, die Sachen wieder ins Regal zurück zu legen und mit leeren Händen den Laden zu verlassen. Um ehrlich zu sein, weiß ich heute schon gar nicht mehr, was das für Zeug war – irgendein Dekokram, glaube ich.

Vermisst habe ich tatsächlich nichts und bin mit meinen sonstigen Besitztümern gut hingekommen. Da ich jetzt im Winter ab und zu die Dusche durch ein entspannendes Ölbad ersetze, habe ich vor einigen Tagen meinen Badezusatz aufgebraucht. Dieser besteht aber zum Großteil nur aus Mandel- und anderen Ölen, sodass ich nächstes Mal versuchen werde, mir selbst etwas ähnliches zu mischen. Rezepte dafür gibt es im Internet ja genug und sie bestehen normalerweise auch aus einfachen Zutaten, die man sowieso zuhause hat. Extra etwas kaufen sollte daher nicht nötig sein.

Tatsächlich habe ich es mir deutlich schwieriger vorgestellt, mit dem auszukommen, was ich bisher habe. Die „original“ Kaufdiät-Familie scheint viel mehr improvisieren zu müssen als ich, da wohl nahezu wöchentlich irgendetwas kaputt geht, was eben nicht so ohne weiteres ersetzt werden kann. Allerdings wollen sie auch zu viert mit nur einem Ding pro Monat auskommen, da hab ich es in meinem Singlehaushalt natürlich deutlich leichter. Und ohne kleine Kinder geht auch nicht so viel kaputt.

Irgendwelche Nebeneffekte?

Ja! Mein Papier- und Plastikmüll hat sich deutlich reduziert. Denn nicht nur Ladenkäufe mache ich jetzt keine mehr, sondern auch das Onlineshopping fällt natürlich weg. Ich muss zugeben, dass das bisher immer einer meiner wunden Punkte war, wo ich viel zu häufig in die Kauffalle getappt bin. Ohne die ganzen Kartonagen und das viele Packpapier (oder schlimmer: die Blasenfolie) muss ich den Müll viel seltener rausbringen 😀

Was steht auf der Wunschliste?

Um besser unterscheiden zu können, was ernsthafte Kandidaten für das Monatsding sind und was nur spontane Haben-Wollens, führe ich eine Wunschliste auf meinem Handy. Immer, wenn ich das Gefühl habe, einen Gegenstand unbedingt zu „brauchen“, schreibe ich ihn erstmal auf die Liste und warte ein paar Tage. Meistens stelle ich dann fest, dass ich ihn eigentlich überhaupt nicht benötige oder es sich zwar um etwas handelt, worüber ich mich freuen würde, was aber alles andere als dringend ist. Sollte mal ein Monat dabei sein, bei dem ich bis zum Schluss nichts kaufe, kann ich mir ja immer noch einen dieser Wünsche erfüllen. Denn eines der Ziele meiner Kaufdiät ist ja, das Wünschen wieder zu erlernen, d.h. es auszuhalten, dass ich nicht immer gleich alles haben kann und auch mal warten muss.

Bisher steht auf meiner Wunschliste ein neues Sofa, denn das, das momentan in meiner Wohnung steht, stammt aus den frühen Siebzigern, ist mit einem hässlichen dunkelbraunen Cordstoff bezogen (und das in einer eh schon ziemlich dunklen Ecke des Zimmers!) und fürchterlich durchgesessen. Sollte sich im Februar also nicht unvorhergesehen ein anderer Kauf-Notfall auftun, könnte ich mir evtl. ein neues, bequemes Sofa gönnen, mit einem schönen hellen Bezug – idealerweise waschbar und dezent gemustert, um die Fleckenanfälligkeit zu verringern. Möglich, dass dem Sofa dann in einem der Folgemonate ein ebenfalls heller und vor allem kleiner, zierlicher Couchtisch folgt, um den man in besagter dunkler Sofaecke leichter außenrum gehen kann als um das düstere Monstrum, das dort momentan steht.
Ich muss in diesem Zusammenhang erwähnen, dass ich seit kurzem bei meinen Großeltern wohne und die Wohnung nicht selbst eingerichtet habe. Die Möbel stammen noch von meiner Uroma, die früher hier gewohnt hat. Mit den meisten ihrer Sachen kann ich tatsächlich ganz gut leben, aber die Couch ist in meinen Augen einfach ein No-Go 😦

Außerdem wäre ein zweiter Blazer nicht schlecht, mit dem ich meine überwiegend legère Garderobe etwas professioneller stylen könnte – und mich damit optisch stärker von meinen Schülern abgrenzen, die mir spätenstens in der Mittelstufe eh alle über den Kopf wachsen. Einen schwarzen Blazer habe ich schon, daher wäre ein farbiger, der sich mit vielen meiner T-Shirts kombinieren lässt, schön. Ein dunkles Rot oder Pistaziengrün zum Beispiel… *träum*

Bei meinem Geldbeutel macht wohl langsam der Reißverschluss schlapp und er verliert ständig Münzen. Allerdings habe ich noch einen kleineren Reisegeldbeutel, den ich genauso verwenden kann. Mit diesem wäre ich dann auch gezwungen, das ganze Kleingeld nicht ewig zu horten, sondern entweder auszugeben (freut die Kassiererin, wenn man passend bezahlt!) oder regelmäßig das Sparschwein damit zu füttern. Da sollte eine Neuanschaffung also nicht notwendig sein.

Soweit, so gut. In einem oder vielleicht auch erst in zwei Monaten werde ich euch von meinen weiteren Erfahrungen in Sachen Kaufdiät berichten – mal sehen, wie sich die Sache entwickelt.

Einige von euch haben ja letztes Mal geschrieben, dass ihr euch ganz ähnliche Vorsätze für’s neue Jahr gefasst habt. Wie läuft es denn damit?

Viele Grüße,
eure Pip

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5 Gedanken zu „Kaufdiät – Runde #1

  1. Das klingt doch alles super. Ich versuche ja auch, eine Konsumruhe zu halten und nur defekte Dinge auszutauschen oder zu ersetzen. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich darin einlebt und was man eigentlich alles schon hat 🙂 Viel Erfolg weiterhin

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  2. Da ich in den letzten Monaten des letzten Jahres eine Computerdiät begonnen habe (die wunderbar funktioniert), hab ich deinen Beitrag davor gar nicht mitbekommen. Was ich jetzt lese, gefällt mir hervorragend! Danke für den Bericht und für die Anregung! ❤

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  3. Juuhuu,
    Ich bin vor einer (schon recht langen) Weile über DAS Forum 😉 auf deinem Blog aufmerksam geworden. Freu mich immer was über die interessanten und inspirierenden Beiträge. Bitte weiter so und mehr davon (auch wenn ich deine Entscheidung, nur noch dann was zu schreiben, wenn du möchtest, nachvollziehen kann). Was dein Sofa betrifft: Je nachdem, wieviel Plätze du hast, und wieviel handwerkliches Geschick (dein Opa hat), hier ein kleiner Tipp. Das wäre wohl das Sofa meiner Wahl: Hartzivmoebel.de und dann rechts auf SiWo Sofa klicken. Alles Gute weiterhin für dich und deinen Blog.

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  4. Hallo Pip,
    tatsächlich ist es am Anfang leichter mit der Kaufdiät, der Schwierigkeitsgrad steigt mit der Zeit. Aber man wächst ja auch mit seinen Aufgaben! Und du klingst ja wirklich wunderbar motiviert und beschwingt! Hast du mal überlegt, das alte Sofa neu polstern zu lassen? Unsere Nachbarn haben einige sehr alte Polstersessel neu beziehen lassen und die sind wirklich super schick geworden.
    Freu mich auf deine weiteren Berichte!
    Viele Grüße von der Familie auf Kaufdiät!
    Martina

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