Zero Waste auf Reise #4: Am Flughafen

Okay… bisher haben wir uns also Gedanken gemacht, wie man am umweltfreundlichsten anreisen kann, wie man vor Ort Müll vermeiden kann und wie man am besten packt. Nun wird es ernst: Es geht los!
Leider dauert es ja in der Regel eine ganze Weile, bis man seinen Urlaubsort erreicht, wenn man nicht sogar eine längere Wartezeit, z.B. beim Umsteigen, überbrücken oder auf halber Strecke irgendwo übernachten muss.

Die folgenden Tipps gelten nicht nur für’s Fliegen, auch in Bus und Bahn (-höfen) fällt recht viel Müll an, der echt nicht sein muss!

Verpflege dich selbst!

Wer im Alltag bereits versucht, Müll zu vermeiden, für den ist dieser Punkt wahrscheinlich selbstverständlich: Bringe dein Essen von zuhause mit! Das spart nicht nur jede Menge Geld, sondern auch Müll. Denn zuhause weiß ich, woher ich meine Lebensmittel möglichst verpackungsarm und in der gewünschten Qualität (z.B. bio, regional, saisonal…) herbekomme, und kann sie in eine wiederverwendbare Dose verpacken anstatt in eine Papier- oder Plastiktüte.
Auch an eine wiederverwendbare Trinkflasche und ggf. einen Thermos-Kaffeebecher solltest du denken. Beachte allerdings, dass du keine Flüssigkeiten durch den Security-Check nehmen kannst. Also entweder nur so voll füllen, dass du die Flasche rechtzeitig vorher leer trinkst, oder gleich unbefüllt einpacken und nach der Sicherheitskontrolle an einem Wasserhahn oder Trinkwasserspender auffüllen.

Solltest du doch unverhofft mal mit knurrendem Magen und ohne mitgebrachtem Snack irgendwo stranden, dann halte Ausschau nach Obst, das häufig unverpackt verkauft wird. Die anfallenden Apfelbutzen oder Orangenschalen nimmst du am besten mit und wirfst sie zuhause bzw. in der Unterkunft in einen Kompostmüll. Ganz hartgesottene Zerowaster sollen sie auch schon in der Erde von Topfpflanzen vergraben haben, die am Flughafen herumstehen…

Unterhalte dich selbst!

Auf langen Fahrten oder Flügen reicht es dem eigenen Kopfkino ja leider meistens nicht aus, einfach nur aus dem Fenster zu schauen. Daher greifen die meisten von uns auf irgendeine Form von Unterhaltung zurück: Bücher oder E-Books, Filme, Musik…
Zwar fällt dabei nicht allzu viel Müll an, aber hin und wieder dann doch:

Denke beispielsweise daran, deine eigenen Kopfhörer mitzubringen, um nicht auf die in Plastikfolie verpackten Exemplare der Fluggesellschaft zurückgreifen zu müssen. So sparst du nicht nur Verpackungsmüll, sondern kannst meist auch eine deutlich bessere Klangqualität genießen.
Und falls du an deinem Urlaubsort beim Sightseeing Audioguide-Geräte nutzen möchtest, kannst du damit ebenfalls deine eigenen Kopfhörer nutzen, die meisten dieser Geräte haben nämlich eine Aux-Buchse, sodass du sie dir nicht mehr stundenlang wie einen Telefonhörer an den Kopf halten musst. Praktisch, nicht?

Mache es dir selbst gemütlich!

Auf Langstreckenflügen erhält man ja häufig eine Decke und ein Kissen angeboten, oft auch eine Schlafmaske. Zwar werden diese Dinge, soweit ich weiß, nach Gebrauch gewaschen und wiederverwendet, dabei jedoch auch jedesmal erneut in Plastikfolie verpackt. Buh! Das geht besser!

Wenn du häufiger auf Reisen bist, lohnt sich für dich sicherlich die Anschaffung eines kleinen (ggf. aufblasbaren) Reisekissens oder Nackenhörnchens, das du immer wieder verwenden kannst. Gleiches gilt für eine Schlafmaske, falls du nicht sowieso ein Schlauch- oder Halstuch dabei hast, welches du stattdessen über die Augen ziehen kannst. Ein großer Schal oder ein Pareo-Tuch ersetzen problemlos eine Reisedecke, wenn die Klimaanlage mal wider recht kalt ist.
Ich persönlich packe gerne noch ein Paar Schaumstoff-Ohrstöpsel ein, die man unter warmem Wasser abwaschen und widerverwenden kann.

Solltest du das Pech haben, (so wie ich dieses Mal) mitten in der Nacht einen mehrstündigen Umsteige-Aufenthalt an einem Flughafen verbringen zu müssen, wirst du vermutlich froh sein, ein bisschen schlafen zu können. Überlege, ob du nicht einen kleinen Schlafsack und eine Isomatte einpacken möchtest, um dich in einer ruhigen Ecke zusammenzurollen und ein Nickerchen zu machen. Es gibt z.B. aufblasbare Isomatten, die sehr klein zusammengepackt werden können. Oder du nimmst eine einfache Schaumstoffmatte, schneidest daraus ca. drei Teile zurecht, sodass sie in dein Handgepäcksstück passen, und klebst sie mit einem breiten Klebeband (Gaffa/ Panzertape) so zusammen, dass du sie falten kannst. Das vermeidet zwar keinen Müll, lässt dich aber deutlich entspannter am Zielort ankommen 😉
In diesem Zusammenhang kann ich dir übrigens die Website sleepinginairports.net empfehlen: Hier gibt es jede Menge Tipps rund um das Übernachten an Flughäfen im Allgemeinen und Empfehlungen für eine Vielzahl an Flughäfen weltweit im Speziellen!

Nutze deinen eigenen Bildschirm!

Kommen wir zur Abteilung „Bürokratie“: Heutzutage kann man jede Menge Papiermüll sparen und auch jede Menge BPA-beschichtete Sondermüll-Zettel (z.B. Kassenbons), wenn man Ausdrucke von vornherein vermeidet und auf digitale Möglichkeiten zurückgreift.
Die meisten Fluggesellschaften bieten mittlerweile den Online-Check-in an, sodass die Bordkarte nicht mehr extra ausgedruckt werden muss, sondern bequem über die entsprechende App auf dem Handy abgerufen werden kann. Der abgebildete Strichcode wird dann einfach auf das Lesegerät am Gate gelegt und fertig.
Das gleiche Prinzip lässt sich natürlich auch auf Bus- und Bahntickets anwenden, um zum Flughafen hin und von dort wieder wegzukommen.

Du siehst, mal wieder funktioniert die Müllvermeidung vor allem nach dem Prinzip „Vorbeugen und Nachdenken“: Je genauer ich weiß, was mich erwartet, desto eher bin ich in der Lage, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um nicht unerwartet doch auf müllintensive Notlösungen zurückgreifen zu müssen…

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