Abschminken 2.0

Uff, endlich hab ich es geschafft, die letzten alten Abschmink- und Gesichtspflegeprodukte aufzubrauchen. Also die, die in Plastik verpackt waren oder sogar selbst aus Plastik bestanden. Das hat sage und schreibe 4 Monate gedauert – hätte nicht gedacht, dass ich so viel von dem Zeug auf Vorrat hatte.

Seit einigen Tage ist meine abendliche „Gesichtsroutine“ also weitgehend plastikfrei. Das ist zwar eine relativ kurze Zeit, sodass ich noch nicht von allen Produkten, die ich nun verwende, sagen kann, wie meine Haut damit langfristig klar kommt, aber ein Anfang ist gemacht und bisher bin ich zufrieden.

Und so sah das bisher und sieht es nun aus:

Abschminken vorher: Eine traurige Plastik- und Müllbilanz
Abschminken vorher: Eine traurige Plastik- und Müllbilanz
  • Augen abschminken: Ja, ich schminke mich fast täglich, ich Opfer meiner eigenen Eitelkeit. Und das Zeug muss natürlich abends wieder runter. Bisher habe ich dafür einen handelsüblichen Makeup-Entferner verwendet und ihn mit Wattepads aufgetragen, die hinterher natürlich im Müll gelandet sind. Die Wattepads habe ich recht bald durch waschbare Abschminkpads aus Baumwollfrottier ersetzt und verwende diese nun in Kombination mit einem pflanzlichen Öl. Momentan ist das das Lavendelöl von Weleda, weil ich das eh schon ewig im Schrank stehen hatte und nun endlich aufbrauchen kann. Es besteht zum größten Teil aus einer Mischung aus Mandel- und Jojobaöl und funktioniert sehr gut. Angeblich eignen sich aber auch Oliven- und Kokosöl. Die Pads werden in der 60°-Wäsche auch wieder ganz gut sauber (werden mit der Zeit aber wohl bald in Würde ergrauen), allerdings verwende ich nur wasserlösliche Mascara.
  • Gesicht reinigen: Früher habe ich feuchte Tücher verwendet, um das Gröbste abzuwischen und sie dann in dem Müll zu werfen, bevor ich mein Gesicht mit Wasser und einem Waschgel aus der Tube gereinigt habe. Das Waschen alleine war leider nicht gründlich genug, ich hätte sonst ganz viele kleine Pickelchen bekommen. Mittlerweile wasche ich mein Gesicht mit einer festen Heilerdeseife, die Hautunreinheiten vorbeugen soll. Dies tue ich zweimal, wobei ich beim zweiten Mal die Seife mit einer Gesichtsbürste aus Holz und Naturborsten sanft in die Haut einmassiere, bevor ich sie mit klarem Wasser abspühle. Wahrscheinlich würde es auch reichen, mich einfach zweimal mit Seife zu waschen, aber ich genieße die sanfte Massage der Bürste und das Gefühl, porentief sauber zu werden („porentief“ ist auch so ein Wort, das man ohne die Werbeindustrie gar nicht kennen würde). Danach abtrocknen und fertig.
  • Haut pflegen: Nach der Reinigung kamen früher erst ein klärendes Gesichtwasser und dann eine Feuchtigkeitscreme zum Einsatz. Beide enthielten Erdölprodukte und waren selbstverständlich, wie alles andere auch, in Plastik verpackt. Jetzt mische ich etwas Apfelessig mit abgekochtem Wasser im Verhältnis 1:1, fülle es in eine leere Deoflasche aus Glas (mit Plastiksprühkopf, aber immerhin landet der nicht im Müll) und sprühe es mir direkt ins Gesicht. Danach tupfe ich noch etwas von dem bereits erwähnten Öl auf die Haut. Fertig.
Abschminken nachher: Nur die Deckel der Öl- und der Essigflasche sind aus Plastik, die Verpackung der Seife ist aus Papier.
Abschminken nachher: Nur die Deckel der Öl- und der Essigflasche sind aus Plastik, die Verpackung der Seife ist aus Papier.

Bis auf die Deckel der Öl- und der Essigflasche fällt bei dieser Prozedur kein Plastikmüll an. Meine Haut kommt damit bisher ganz gut klar. Das letzte Element, das ich durch eine umweltfreundlichere Alternative ausgetauscht habe, war das Waschgel, für das ich jetzt seit einer knappen Woche eine feste Seife verwende. Bisher meckert meine Haut noch nicht.


Besser spät als nie verlinke ich diesen Beitrag wieder in der EiNaB-Blogparade, die diesen Monat beim Verrückten Huhn stattfindet.

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Habt Ihr noch mehr Tipps für eine plastik- und müllreduzierte Körperpflege? Dann schreibt sie mir doch bitte in die Kommentare! Ich würde mich sehr freuen.

Viele Grüße,
eure Pip

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20 Gedanken zu „Abschminken 2.0

  1. Gratuliere! Ich kann ein Lied davon singen, wie lange es dauert, bis alle Pflegeprodukte, die man so auf Vorrat hat (warum eigentlich??) aufgebraucht sind. Ich glaube fest, dass deine Haut sich nach einer kleinen Umgewöhnungsphase sehr freut, so „öko“ behandelt zu werden.

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  2. Herzlichen Glückwunsch zu dieser gelungenen Umstellung. Die Kosmetikindustrie macht es einem ja echt nicht leicht. Was man als Frau alles so glaubt zu brauchen…ich habe vor ein paar Jahren mit dem Umzug in eine andere Stadt mal meine ganzen Schminkutensilien entsorgt und lebe seitdem sehr gut ohne. Anfangs hat sich meine Haut beschwert, mittlerweile geht es wunderbar mit einmal täglich Gesicht waschen und das ohne Pickel, Unreinheiten usw.

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    1. Du glückliche! Momentan habe ich ein paar kleinere Pickelchen. Das kann an der neuen Seife liegen, oder auch an der ungewohnten Situation der letzten Tage. Ich bin nämlich diese Woche auf einer Studienreise in Israel – vielleicht kommt meine Haut also auch einfach mit dem Klima hier nicht zurecht… Mal sehen, wie das in Zukunft funktioniert…

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  3. Meine Freundin benutzt ein schwarzes Pulver anstelle von Mascara. Das wird mit einem kleinen Metallstäbchen aufgetragen, das man sanft zwischen den Wimpern bei geschlossenen Augen durchzieht. Das soll auch gut für die Augen/Wimpern sein. Oder hast du schon plastikfreie Schminkprodukte gefunden?

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  4. Ich habe leider bei dir noch keinen Beitrag gefunden, der etwas in der Art behandelt, deswegen kommt meine Frage hier hin 🙂
    Ich habe das Gefühl, bei Müllvermeidung stelle ich immer total bescheuerte Fragen… Aber was kaufst du für Klopapier? Alles Klopapier dass ich finde, ist in Plastik verpackt…
    Die Tamponfrage hast du ja in einem anderen Beitrag geklärt 😉 Das habe ich nämlich auch schon auf vielen Blogs gefragt und nie eine Antwort bekommen…
    LG Claudia

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        1. Hallo Claudia,

          an dem Toi-Papier-in-Plastik-Problem ist bisher noch jeder gescheitert. Einen Anbieter, der das Toi-Papier in Papier anbietet, gibt es bisher nicht. Einige nutzen Papierhandtücher. Aber wenn Du Deinen Kläranlagenbetreiber fragst, wird der alles andere als begeistert sein, da sich dieses Papier ja nicht auflöst und so zu Verstopfung im Kanal oder der Kläranlage führt, welche dann mit Trinkwasser durchgespült werden müssen. Ich denke, solange wir mit unseren PCs, Telefonen, Kühlschränken, TVs usw. in Plastik leben können, ist eine Plastikfolie für 8 Rollen (bei mir ca. 8 Monate) nicht das dringendste Problem, welches gelöst werden muss. Das soll nicht heißen, das wir dies auf lange Sicht akzeptieren müssen.
          Aber, eine von den Verpackungen, die Pip jetzt spart, ist mehr wert als eine Tüte Toi-Papier.
          Die nutze ich z.B. (an Stelle von Gemüsetüten) als Müllbeutel.
          Ich finde den Ansatz des Cradle2Cradle sehr interessant. Kunststoff ja, aber mit einem Minimum an „Inhaltsstoffen“, wobei jeder Stoff nach dem Stand der Wissenschaft, auch in Kombination, als unbedenklich gilt, und immer und immer wieder verwendet wird – in einem Kreislauf halt.

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    1. Hallo Claudia,

      es gibt keine bescheuerten Fragen!
      Entweder jmd. hat schon einmal über das gleiche Problem nachgedacht und eine Antwort gefunden oder Du gibst einen Denkanstoß. Deine Fragen zeugen von Interesse und das ist nicht bescheuert!

      Liebe Grüße

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    2. Hallo!

      Meine Lösung sind waschbare Toilettentücher – hier findest Du meinen Langzeitbericht und den Link zum ursprünglichen Beitrag.

      https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2015/10/06/waschbare-toilettentuecher-langzeiterfahrung/

      Ich nutze sie seit mehr als einem halben Jahr und werde das auch nicht mehr ändern.

      Zum Thema „alternative Monatshygiene“ habe ich auch schon eine Serie geschrieben. Hier verwende ich waschbare Stoffbinden.

      lg
      Maria

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  5. Wunderbar!
    Ich bin genauso wie Du seit einiger Zeit dabei viele Plastikartikel zu vermeiden.
    Man stellt doch fest, dass man das alles gar nicht brauch.
    Ich habe mir auch eine Gesichtseife mit Heilerde gemacht und verwende die auch zum Abschminken.
    Sag mal Dein Essig Wasser Gemisch … was bewirkt das? Das habe ich noch nicht gehört, ist aber interessant.

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    1. Das Essigwasser verwende ich statt eines „normalen“ Gesichtswassers, um die Haut zu beruhigen und Unreinheiten vorzubeugen.

      Man findet im Netz Anerkennung noch weitere Rezepte für selbstgemachte Gesichtswasser. Ich werde wohl in nächster Zeit ein paar davon ausprobieren.

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  6. Toller Artikel! Ich verwende sogar wasserfeste Mascara, welche ich mit Jojobaöl und einem Baumwoll-Abschminkpad runternehme. Geht super! Vorher weiche ich Wimpern und Gesicht schon mal mit Wasser etwas ein. Aufs Gesicht wird besagtes Öl dann auch noch eingearbeitet und mit einem Baumwolltuch heruntergenommen. Meist brauche ich dann auch gar keine Creme mehr. Meine Haut hat sich seitdem auch sehr gebessert. Bin noch auf den Winter gespannt, aber da kommt dann einfach Mandelöl als Creme zum Einsatz. Kokosöl ist übrigens komodogen und deshalb bei unreiner Haut nicht zu empfehlen.
    LG Rebekka

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